Pünktlich wie im Protokoll verkündet trafen die Wanderer der Genfrei-gehen-Aktion am Samstag oberhalb von Marburg, am Kaiser-Wilhelm-Turm, unter dunkelgrauen Wolken ein. Der dort ansässige Bio-Laden empfing alle mit einem zünftigen Buffet, sodass sich Joseph Wilhelm gleich zwischen die kauenden und lachenden Mitwanderer stellte und zu mehr Mitbestimmung und Gestaltungswillen aufrief.

Wir beiden hessnatur-Vertreter fühlten die Zusammengehörigkeit innerhalb der Gruppe, manch einem sah man an, dass es nicht die erste Etappe war, die er/sie mitgewandert war. Sogar eine Familie mit Kinderwagen traf am Ende noch ein und wurde von der Gruppe mit Freude begrüßt. Auch wir wurden herzlich aufgenommen. Ich freute mich besonders, „Bully“, den Rapunzel-VW-Bus, mal live zu sehen. Joseph Wilhelm wirkte wie ein umsorgender Vater der Gemeinschaft, sehr entspannt und doch immer aufmerksam und präsent.

Als ich dem Initiator des genfrei-gehen-Marsches die Hand schüttelte und Grüße von hessnatur überbrachte, kam gleich ein fröhliches Hallo von allen Seiten. Auf dem weiteren Marsch durch Marburg wurden wir des Öfteren angesprochen. „Mein Kleidungslieferant läuft mit uns – super!“ freute sich einer. Eine Mitwandernde erzählte mir gleich, dass sie ein ausrangiertes, altes Kleid von hessnatur als Nachtkleid dabei hatte. Von dem würde sie sich nur sehr ungern trennen. Es waren also echte hessnatur-Fans um uns herum, das war ein echtes Erlebnis.

In Marburgs Straßen herrschte ein buntes Treiben, bedingt durch das 3-Tage-Stadtfest, deren Besuchern wir eifrig Flyer zu den Themen des friedlichen Protestmarsches von Berlin nach Brüssel in die Hand drückten. Wir waren überrascht, wie neugierig und interessiert die Menschen waren. Und dass unabhängig jeden Alters. Oben am Schloss angekommen, mitten im Treiben des dortigen Marktes und der Musik von drei Bühnen, verlief sich die Gruppe dann – hauptsächlich, um sich ihr Gepäck und einen Schlafplatz für die Nacht zu sichern.

Ich wäre noch gern ein paar Tage mitgewandert, aber ab Montag arbeiten wir in den Artikelauswahlen am neuen Katalog Frühjahr/Sommer 2010. Spannender Mittelpunkt unserer Katalogerstellung, da darf keine(r) von uns fehlen.

Ich kann jedoch meine Begeisterung für die Sache an sich und die nette Atmosphäre innerhalb der sich täglich verändernden Gruppe nur weitergeben. Es ist erst Halbzeit und noch sind viele Kilometer zu gehen – vielleicht fühlt sich der eine oder andere jetzt noch animiert, eine Strecke mitzugehen. Es ist eine gute Sache, die uns alle angeht!