Lederjacke

… und dass, obwohl wir bei hessnatur mit unserer Lederentwicklung nach ökologischen Kriterien doch schon sehr weit sind. Aber nicht alles ist so einfach, wie mir meine Kollegin Maren Mönnich aus dem Bereich Innovation & Ökologie erzählt.

Das „Corpus delicti“ ist eine schwarze Lederjacke aus der aktuellen Herbst/Winter-Kollektion, die nicht verkauft werden kann. Hintergrund: Bei der Färbung des Leders in einer Gerberei in Italien ist irrtümlich eine falsche Rezeptur benutzt worden. Das Material ist zwar schwarz geworden, wie angedacht, aber eben mit einer falschen Zusammenstellung der Mittel.

Bei der Untersuchung der Jacken hat sich herausgestellt, dass der Anteil eines speziellen Farbstoffbestandteils unsere Richtwerte deutlich überschreitet. Da das Leder speziell für uns hergestellt wird, liegt praktisch keine Ware auf Lager, bei der man weiß, dass sie ökologisch einwandfrei gefärbt ist. Aus diesem Grund ist der Fehler erst bei den fertig konfektionierten Jacken aufgefallen.

Das heißt für uns, dass wir alle produzierten Jacken nicht verkaufen können. Wenn wir es machen würden, dann würden wir unseren konsequenten Richtlinien untreu werden. Geht also gar nicht anders. Bei dem entsprechend in hoher Konzentration aufgefallenen Farbbestandteil handelt es sich um einen Stoff, der Allergien auslösen kann.

Warum wir die Jacke nicht nachproduzieren lassen, dass sie hessnatur-Richtlinien entspricht, möchte ich von meiner Kollegin wissen. Dazu, so Maren, müsste die ganze Produktion noch mal neu aufgezogen werden. Wir müssten mit der Beschaffung des Leders anfangen, es gerben lassen, mit der richtigen Rezeptur färben und dann letzten Endes die Jacken fertigen. Zeitlich heißt das, dass die Jacke frühestens im November bei uns auf Lager wäre und dann verschickt werden könnte – eine zu lange Zeit.

Und die Moral von der Geschicht’? Leder ist eben nicht gleich Leder – und wir bei hessnatur legen Wert auf den Unterschied. Auch wenn wir – wie in diesem Fall – ein Produkt nicht mehr anbieten können.