Die Themen Grameen, Friedensnobelpreisträger Dr. Muhammad Yunus und Social Business – zu deutsch soziales Unternehmertum – sind in unserem Blog ja schon mehrfach behandelt worden.

Ich knüpfe heute daran an und möchte vom „Klassentreffen“ des Grameen Creative Lab berichten, das am Samstag in Wiesbaden stattfand. Das Grameen Creative Lab ist eine gemeinsame Initiative zwischen dem Yunus Center in Dhaka in Bangladesch (das zur Grameen Stiftung gehört) und Circ Responsibility, einem Tochterunternehmen der Agentur Circ von Hans Reitz. Das gemeinsame Ziel der beiden Initiatoren Yunus und Reitz: Die Bekämpfung von Armut weltweit und deren Auslöschung bis 2030. Dafür bringt das Grameen Creative Lab Mitstreiter zusammen, berät Unternehmen in Sachen Social Business und vernetzt Investoren.

Spannend war es zu erfahren, welche Prinzipien Dr. Yunus dafür aufgestellt hat. Er sieht Social Business gleichberechtigt neben dem traditionellem Unternehmertum. Aber: Social Business verfolgt ein soziales Ziel. Investoren geben Startkapital, verlangen keine Zinsen und bekommen bei Rückzahlung nur ihr eingesetztes Kapital zurück – ohne Dividende. Und: Ein Social Business ist keine Wohltätigkeitsveranstaltung zum Geld sammeln, sondern zum Geld verdienen, dessen Gewinne wieder in den Ausbau des Geschäfts oder in neue Projekte fließen. Kurz gefasst: „Make money – give money“. In dem Zusammenhang soll Dr. Yunus auch mal gesagt haben: „If you want to change the world – go for it. I go to work“.

Der Tag, der von vielen Diskussionen und Präsentationen in verschiedenen Workshop-Klassen geprägt war, war ungemein inspirierend: Viele Ideen, viele neue und nette Kontakte und viele Mitstreiter, die im sozialen Wirtschaften Sinn und Nachhaltigkeit sehen. Bemerkenswert übrigens die Location des Klassentreffens: eine Hauptschule in Wiesbaden. Die Schüler haben den kompletten Tag organisiert und mit der Schülerband Wahnsinns-Stimmung gemacht – Respekt!

Ich für meine Fälle bin am Samstag Abend mit einem pickepackevollen Kopf voller Ideen nach Hause gefahren! Ein Gedanke hat mich besonders beeindruckt: Es geht in erster Linie darum, konkret mit einer Idee anzufangen und die voranzutreiben. So, wie wir es bei hessnatur mit einem T-Shirt in Bangladesch gemacht haben. Und darauf aufzubauen. „Das ist so wie in der Natur“, hat Hans Reitz erzählt, „die kann auch keine riesigen und ausgewachsenen Bäume pflanzen. Zuerst einmal müssen die Samen verteilt werden – damit beginnt Wachstum.“

In den kommenden Monaten sollen weitere Treffen des Grameen Creative Lab stattfinden – mehr dazu soll es in Kürze auf der Website geben. Ich war am Samstag zum ersten Mal bei einer Veranstaltung dieser Initiative dabei – aber sicher nicht zum letzten Mal. :-)