Mit dem Zug fuhren wir in Richtung Cusco weiter durch´s Urubambatal zum Machu Picchu. Diese ist die einzigste unzerstörte Inkastadt, die bei der Eroberung der Spanier noch nicht fertiggestellt war und dann vermutlich von den Inkas in Vergessenheit geriet. An manchen Stellen lässt sich erahnen, dass die Spanier bereits im Land waren, da die Mauern ab einer bestimmten Höhe vermutlich „in Eile“ errichtet wurden.

Zunächst mussten wir uns an die großen Touristenmassen gewöhnen, bevor wir uns ganz auf den besonderen Charme dieses Ortes einlassen konnten. Der gegenüberliegende Berg heißt Waynapicchu und uns wurde empfohlen, diesen zu besteigen, weil man von dort eine grandiose Aussicht auf das Tal hat. Da aber pro Tag nur 400 Personen Einlass zum Waynapicchu bekommen, durchquerten wir den Machu Picchu vorerst schnell, um hineingelassen zu werden. Wir hatten großes Glück, denn wir machten die 400 voll. Sehr steile, kleine, unebene Steinstufen führten uns bis an die Spitze. Ein sehr anstrengender Aufstieg und der uns noch steiler erscheinende Abstieg wurden mit der unglaublich schönen Kulisse belohnt.

Erschöpft aber glücklich über die Entscheidung, den Berg hoch zu gehen, gelangten wir zurück zum Machu Picchu. Dort begannen wir mit unserem Rundgang. Vorbei an Tempeln, Wohnhäusern und Terassen, gelangten wir zum nächsten Aussichtspunkt über die ganze Stadt. Wir waren sehr begeistert, wie toll alles erhalten ist und verstehen nach wie vor nicht, wie die Mauern an so steilen Abgründen errichtet werden konnten. Faszinierend war ein großer Steinblock, der mit insgesamt 34 Ecken in eine Mauer haargenau angepasst wurde. Unvorstellbar, dass die Inka vermutlich keine Metallwerkzeuge zur Bearbeitung verwendeten.

Sehr erstaunt hat uns zwar nicht, dass die UNESCO bereits1983 das Machu Picchu – Gebiet zum Weltkulturerbe ernannt hat, doch dass sie sogar erwägt Machu Picchu auf die Liste der gefährdeten Kulturstätten zu setzen und empfiehlt nicht mehr als 800 Besucher täglich einzulassen, hat uns nachdenklich gemacht.