Mit der italienischen Schuhmanufaktur Viola Fonti konnten wir einen Partner gewinnen, der dem modischen Niveau und der anspruchsvollen Verarbeitung unseres besonderen Leders gleichermaßen gerecht wird. Was passiert, wenn traditionelles Handwerk auf moderne Nachhaltigkeit trifft.

Nach einer abenteuerlichen Fahrt über schmale Serpentinen in der hügeligen Landschaft südlich von Ancona erreichen wir endlich die letzte Kurve. Dann: heller Sandstein. Vor uns strahlt die Gemeinde Monte San Pietrangeli in der Morgensonne. Zu den 2.500 Einwohnern gehört auch Familie Fonti, deren Großvater Remo hier 1969 seine Schuhmanufaktur gründete. Heute treffen wir seinen Sohn Mario und Enkel Fabio, die die fast 50-jährige Familientradition gemeinsam aufrechterhalten.

Die Tür öffnet uns aber keiner von beiden. Der unbekannte Herr mit den weißen Haaren versteht kein Wort Deutsch, aber er zwinkert uns freundlich zu und gibt uns Handzeichen hereinzukommen. Wir werden schon erwartet: Alle Mitarbeiter – und ehemalige wie Massimo, 75, der Herr von der Tür – sind auf den Beinen. Alle sind gespannt auf unseren Besuch und begrüßen uns sehr herzlich.

Bei Kaffee und Gebäck fängt Mario schließlich an zu erzählen, warum die Fontis mit hessnatur ihre Familientradition nun um eine neue Dimension erweitern. „Nachdem sich die Schuhproduktion Mitte der 1990er Jahre in Richtung China verlagert hatte, mussten wir eine Nische finden, um zu überleben“, sagt er. Um sich dem Preisdruck aus Asien zu entziehen, kam nur eins infrage: Die Fokussierung auf Spitzenqualität. „Doch um das Grundniveau zu halten, kann man keine Massenware produzieren“, ergänzt der 67-Jährige.

"Aktuell fertigen wir 100 bis 120 Paar Schuhe am Tag." Mario Fonti

 

Neben großen deutschen Designern ist das auch für hessnatur die perfekte Ausgangslage. Denn bisher beauftragen wir recht kleine Mengen. Was allerdings nicht an mangelnder Nachfrage liegt – in der ersten gemeinsamen Saison wurde das Fünffache der ursprünglichen Auflage nachgeordert – sondern vielmehr am hochwertigen Leder, das uns nicht unbegrenzt zur Verfügung steht.

Das chromfrei gegerbte hessnatur Leder und seine Besonderheiten brachten auch die größten Neuerungen in der Manufaktur mit sich. „Da seine Oberflächenbeschaffenheit feiner ist als die des herkömmlichen Leders, werden in der Produktion zusätzliche Schritte benötigt“, erklärt Fabio. So muss das Leder vor dem ersten Arbeitsschritt, dem Zuschnitt, besonders in Augenschein genommen werden. Denn je nach Lebensgeschichte des einzelnen Tieres findet man zum Beispiel durch Freilandhaltung entstandene Narben oder Mückenstiche auf der Haut, die auch nach dem chromfreien Gerbprozess noch zu sehen sind. Fabio platziert die Schnittformen dann so, dass diese „Fehler“ am fertigen Schuh nicht sichtbar sind. Geschnitten wird übrigens von Hand, da sich Stanzeisen erst ab einer hohen Auflage rentieren.

Wenn alle Teile des Schaftes, das ist der obere Teil des Schuhs, zugeschnitten wurden, bringt Fabio sie zu Franca. Die 65-Jährige schleift die Kanten der Lederstücke etwas an, damit sie glatt übereinandergelegt werden können, und näht alles nach den Designvorgaben zusammen. So wird im wahrsten Sinne des Wortes ein Schuh draus. Wie viele andere der zehn Mitarbeiter von Viola Fonti arbeitet auch Franca schon über 35 Jahre für die Manufaktur. „Früher hat Fabios Mutter Vittoria oft das Leder gebracht“, erinnert sie sich, „Sie brachte Fabio auf ihrem kleinen Moped mit und wir machten zusammen Frühstück.“ Alle Schäfte der in Monte San Pietrangeli produzierten hessnatur Schuhe werden von ihr vernäht. Am Tag schafft sie je nach Modell bis zu 25 Paar.

In der Fabrik werden die Schäfte dann mit der Sohle und allen anderen Teilen wie Verstärkungen, Polsterungen und Absätzen zum fertigen Schuh zusammengefügt. „Je nach Modell kann ein einzelner Schuh aus bis zu 60 Teilen bestehen, die in fast genauso vielen Schritten zusammengesetzt werden“, klärt Mario auf. Gibt es hier auch Besonderheiten für hessnatur Schuhe? „Ja“, sagt er, „Zubehör wie Sohlen, Reißverschlüsse und Schnürsenkel müssen den hessnatur Richtlinien entsprechen und sollen möglichst aus Italien stammen.“ Außerdem wird für die Schuhe ein Sohlenkleber auf Wasserbasis verwendet. Um die Schuhe später vor äußeren Einflüssen wie Wassertropfen zu schützen, wird das Leder vorab nur mechanisch oder mit einem umweltverträglichen Finish behandelt.

So erhalten wir die Eigenschaften des Naturproduktes: hessnatur Schuhe sind hautfreundlich, atmungsaktiv und angenehm zu tragen.

Das hessnatur Leder

  • Unser Leder wird in Gemeinschaft mit einem langjährigen Partner entwickelt und stammt aus einer kleinen deutschen Gerberei
  • Rohhäute sind Abfallprodukte der Fleischgewinnung aus umliegenden Bauernhöfen
  • Entsprechend kommen die Rohhäute aus Deutschland

Das hessnatur Leder

  • Unser Leder wird in Gemeinschaft mit einem langjährigen Partner entwickelt und stammt aus einer kleinen deutschen Gerberei
  • Rohhäute sind Abfallprodukte der Fleischgewinnung aus umliegenden Bauernhöfen
  • Entsprechend kommen die Rohhäute aus Deutschland

Das hessnatur Leder

  • Grundsätzlicher Verzicht auf Chrom bei der Gerbung
  • Hauptgerbung generell pflanzlich mit synthetischer Vorgerbung – durch diesen kombinierten Gerbprozess bekommt das Ledern einen feinen und weichen Griff

Das hessnatur Leder

  • Grundsätzlicher Verzicht auf Chrom bei der Gerbung
  • Hauptgerbung generell pflanzlich mit synthetischer Vorgerbung – durch diesen kombinierten Gerbprozess bekommt das Ledern einen feinen und weichen Griff

Das hessnatur Leder

  • Das Leder so wie es mit dem Partner entwickelt wurde ist einzigartig und daher bis jetzt nur in kleinen Mengen verfügbar
  • hessnatur arbeitet mit seinem Partner an einer stetigen Verbesserung und Weiterentwicklung der Standards

Das hessnatur Leder

  • Das Leder so wie es mit dem Partner entwickelt wurde ist einzigartig und daher bis jetzt nur in kleinen Mengen verfügbar
  • hessnatur arbeitet mit seinem Partner an einer stetigen Verbesserung und Weiterentwicklung der Standards

Am Ende des Tages führt uns Fabio in eine klitzekleine Garage mitten im Dorf. Hier steht ein antiker Fiat 500 Giardiniera. „Mit diesem Auto hat mein Opa seine ersten Schuhe ausgefahren“, sagt er stolz. „Meine Schwester Viola, nach der unsere Manufaktur übrigens benannt wurde, wird damit in diesem Jahr zu ihrer Hochzeit fahren.“ Es gäbe oft Kaufanfragen, aber das Auto werde immer in Familienbesitz bleiben. In den schmalen Serpentinen dient es sicher auch als Glücksbringer: Opa Remo wurde 93 Jahre alt.

Die Schuhe von Viola Fonti

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Kommentare

P.Z.

16. November 2016

Beeindruckender Beitrag über die Herstellung der Schuhe durch eine italienische Schuhmanufaktur.
Wunderschöne Schuhe !!!
Ich zögerte lange zu bestellen , weil ich mich im Katalog nicht entscheiden konnte. Hier in der Gesamtübersicht ist es viel einfacher. Gerne unterstütze ich “ Viola Fonti “ bzw. die ganze Fam. Fonti

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