Folgendes habe ich in der mehrseitigen Werbung einer Kosmetikfirma zum Thema „Verantwortung“ in einer Fachzeitschrift für KosmetikerInnen gefunden:

„Schon die Vereinten Nationen (UNO) stellten 2006 in einer FAO-Studie fest, dass die Erzeugung tierlicher Produkte die Hauptursache der drohenden Klimakatastrophe und eine der schwerwiegendsten Gefahren für die Umwelt ist. Das renommierte WorldWatch Institute enthüllte 2009 in einer Studie, dass die Produktion von tierischen Produkten für mindestens 51% der klimaschädlichen Treibhausgase verantwortlich ist.“

Weiter heißt es, dass die Firma – den Namen habe ich weggelassen, es soll um die Vermittlung der Inhalte gehen – wegen der oben genannten Gründe zum Beispiel keine Inhaltsstoffe getöteter Tiere verwende.

„Wir klären auch über die Zusammenhänge von Umwelt- und Klimaschutz, Tier- und Menschenrechten auf, so dass sich für jeden die Möglichkeit eröffnet, einen effektiven und positiven Beitrag für Umwelt, Klima, Tiere und Mitmenschen zu leisten.“

Tatsächlich ist diese Firma sehr aktiv in Sachen Tierschutz – einen Einfluss auf das Klima wird der oben erwähnte Verzicht auf „tierliche Produkte“ allerdings wohl kaum ausüben.

Denn die tierischen Rohstoffe für Kosmetik werden sowieso bevorzugt aus Schlachtabfällen gewonnen. Wie zum Beispiel das Collagen aus gemahlenen Rinderhäuten oder Geflügelfüßen; Elastin aus der Haut, den Sehnen und den Bändern, oder aber die Hyaluronsäure aus Hahnenkamm. Ebenso werden für die Herstellung von Seifen oft Talg und Fette aus Abdeckereien als Grundlage eingesetzt.

Bei zertifizierter Naturkosmetik ist die Verwendung von Rohstoffen toter Wirbeltiere generell ausgeschlossen, gestattet sind lediglich auch zur Ernährung geeignete Zutaten, wie Milch, Honig oder Lanolin. Die Begrenzung auf Wirbeltiere erlaubt jedoch zum Beispiel die Verwendung des natürlichen Farbstoffes Karmin, gewonnen aus den Panzern der Cochenille Laus. Beliebt ist auch der wunderbar Feuchtigkeit spendende und straffende Seiden-Extrakt, der bei der Seidenproduktion für Textilien abfällt. Bei manchen Naturkosmetikprodukten wird ganz und gar auf den Einsatz tierischer Rohstoffe verzichtet, dementsprechend sind sie mit der Bezeichnung „vegan“ ausgelobt.

Das Thema Tierversuche für Kosmetikprodukte ist seit 1998 geregelt: Seit dem 11. März 2009 sind Tierversuche zum Testen von Kosmetika einschließlich ihrer Inhaltsstoffe EU-weit verboten. Allerdings müssen neue Rohstoffe, die in Kosmetikprodukten eingesetzt werden sollen, aufwändige Verträglichkeitstest durchlaufen. Unter anderem werden sie am sogenannten „perfundierten Kuheuter“ getestet.

Nun denn, ich habe ja bereits meine Zweifel, bei der Übertragung der Testergebnisse von Tierversuchen auf den Menschen.

Es wäre ja auch möglich, auf die ständige Neuentwicklung von Schönheits- und Körperpflegemittel weitgehend zu verzichten und auf bewährte Produkte und Rohstoffe zurückzugreifen, wie die traditionellen Naturkosmetik-Hersteller das überwiegend tun.