Das Thema Gentechnik beschäftigt nicht nur alle Beteiligten im Baumwoll-Anbau – hier ist das Vorpreschen von genmanipuliertem Saatgut ja ein immenses Problem für den Bio-Anbau, im Blog hat Herr Heimann darüber berichtet – sondern auch in der Lebensmittelindustrie und der Landwirtschaft. Laut Bundesumweltamt vom Oktober 2010 befürworten 87 Prozent der Deutschen das Verbot von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) in der Landwirtschaft. Europaweit empfinden mehr als ein Drittel aller Europäer Gentechnik in Lebensmitteln als Risiko, wie die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit im November des vergangenen Jahres ermittelt hat.

Die Krux dabei: Wir als Verbraucher haben eigentlich keine Wahlmöglichkeit, der Fortbestand einer gentechnikfreien Landwirtschaft ist keineswegs gesichert. Denn der Anbau von Genpflanzen birgt immer das Risiko einer langsamen flächendeckenden gentechnischen Kontamination von natürlichen Ökosystemen, traditioneller und Bio-Landwirtschaft und Rückgang natürlicher Vielfalt.

Seit dem heutigen Dienstag ist die Initiative „Vielfalt erleben“ online, die von Alnatura ins Leben gerufen wurde, um die natürliche Vielfalt zu erhalten, zu fördern und um die weitere Ausbreitung von Gentechnik zu stoppen. Auch wir von hessnatur stehen hinter der Initiative und unterstützen sie aus Überzeugung, u.a. mit Hinweisen in unseren Versandpaketen. „Unser Handeln wertschätzt Natur und Mensch gleichermaßen, massive Eingriffe in die Natur wie Genmanipulation schließen wir aus. Die natürliche Vielfalt ist für uns Quelle für gesunde, nachhaltige Kleidung“, hebt hessnatur-Geschäftsführer Wolf Lüdge hervor.

Um sich an der Initiative aktiv zu beteiligen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Auf der zentralen Online-Plattform der Initiative unter www.vielfalterleben.info – diese am besten weiter verbreiten! – gibt es Hintergrundinformationen zum Thema, ab Ende März außerdem den Link zur öffentlichen Petition, die der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) zum aktuellen Thema der grünen Gentechnik startet und einreichen will. Ziel ist eine Anhörung vor dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags. Mindestens 50.000 Stimmen müssen von Ende März bis Mitte April in den ersten drei Wochen der Zeichnungsfrist zusammenkommen, damit der Vorstandsvorsitzende des BÖLW, Felix Prinz zu Löwenstein, vor den Petitionsausschuss treten darf. Um rechtzeitig an den Start der Online-Petition erinnert zu werden, kann man sich auf der Kampagnen-Website für einen Newsletter anmelden.

Mit grüner Gentechnik ist übrigens die Anwendung gentechnischer Verfahren bei der Pflanzenzüchtung gemeint, bei der in das Erbgut gezielt einzelne Gene eingeschleust werden, um zum Beispiel resistent gegen bestimmte Insekten zu sein. Allein der Zusatz „grün“, mit dem man ja eigentlich was ganz anderes verbindet, lässt einen schaudern.

Erzählt am besten Freunden und Bekannten von der Aktion; Onlinetools für Blogs etc. gibt es ebenfalls auf der Kampagnenseite.