Heute ist Tag 4 der Woche der Nachhaltigkeit. Ich habe mich nochmals gefragt, warum Naturfasern, die wir ja bei hessnatur ausschließlich verarbeiten, nachhaltig sind. Dafür ist ja diese Woche da, um einen ein wenig aus dem Alltagstrott zu schubsen und neue Denkanstöße zu geben. Jedenfalls bin ich auf einen Artikel der Initiative People for Future gestoßen. Er heißt: „Warum sollte Kleidung nachhaltig sein?“ und ist sehr lesenswert. Am Seitenrand gibt es einen kleinen Infokasten, in dem vier kleine Fragen stehen, die es in sich haben:

Wusstest Du, dass…

  • …synthetische Kleidung aus Erdöl besteht?
  • …jährlich 30.000 Menschen bei der Baumwollproduktion sterben?
  • …ein Viskosehersteller so viel Abwasser produziert wie eine Stadt mit 50.000 Einwohnern?
  • …eine Näherin an einer Jeans für 100 Euro gerade mal 1 Euro verdient?

Bei hessnatur können wir auf die Fragen antworten mit:

Ja, aber…

  • …wir fertigen und vertreiben nur Kleidung aus naturbelassenen Naturfasern.
  • …wir unterstützen den nachhaltigen Anbau von Biobaumwolle.
  • …für uns kommen Kunstfasern nicht in die Tüte bzw. in die Kollektion.
  • …wir garantieren, dass unsere Näherinnen zu sozialen Bedingungen arbeiten und fair bezahlt werden.

Doch was heißt „naturbelassene Naturfasern“? In unserer aktuellen Sommerkollektion finden sich vier textile Fasern, deren umwerfende Eigenschaften vorzustellen sich immer wieder lohnt:

Da ist einmal die Baumwolle. Sie gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit und wird vermutlich seit mehr als 6000 Jahren angebaut. Sie ist besonders saugfähig und sehr zart auf der Haut. Ihre Zugfestigkeit macht sie besonders pflegeleicht: Man kann Biobaumwolle problemlos häufig in der Maschine waschen. Baumwolle ist im konventionellen Anbau sehr spritzgift- und bewässerungsintensiv. Der ökologische Anbau von Baumwolle trägt erheblich dazu bei, diese Umweltbelastungen zu vermindern, wenn nicht sogar zu vermeiden.

Leinen ist ebenfalls eine uralte Kulturpflanze. Seine langen Fasern sind kühlend und atmungsaktiv, schmutz-unempfindlich und langlebig. Lieder wird bisher nur circa ein Prozent des weltweit produzierten Leinens kontrolliert biologisch angebaut. hessnatur ist im Jahr 2006 Mitinitiator des Hessen-Leinen-Projektes gewesen, für das seither Bauern in Mittelhessen die vergessene Tradition des ökologischen Leinenanbaus wieder aufleben lassen.

Hanf ist eine der am schnellsten nachwachsenden Rohstoffe. Er kann bis zu vier Metern in nur 100 Tagen wachsen. Dabei ist er aber robust und verlangt per se kaum nach Pestiziden und Herbiziden. Kleidung aus Hanf ist kühl, robust, mit einem Glanz, der an Leinen erinnert und sehr strapazierfähig.

Seide gehört wie die Wolle zu den tierischen Faserstoffen. Im Unterschied ist die Seide zur Wolle jedoch kein Haar, sondern ein Faden, den die Seidenraupen spinnen. Die Bezeichnung Bio-Seide weist darauf hin, dass die Maulbeerbäume für die Seidenzucht kontrolliert biologisch angebaut werden. Naturbelassene Seide ist von allen Textilfasern der menschlichen Haut am ähnlichsten ist. Seide sagt man eine hautberuhigende, temperaturausgleichende Wirkung nach, die Feuchtigkeit schnell weiterleitet. Gerade für Menschen mit empfindlicher Haut ist sie besonders zu empfehlen.

Naturbelassene Naturfasern sind nachhaltig, weil sie umweltfreundlich in der Erzeugung sind, weil sie Menschen im Anbau und der Produktion keinen Schaden zufügen und gesund sind, um sie auf der Haut zu tragen. Und zu guter Letzt sind sie zu 100% biologisch abbaubar, womit sich der Kreislauf der Nachhaltigkeit schließt.