Diese Frau ist lustig, lebendig und echt. Regina Kail-Urban (39) ist eine Wiener Moderatorin und Bloggerin, früher hat sie auch gemodelt. Sie ist mit Michael Urban verheiratet, ebenfalls Model, der auch als Juror in der TV-Sendung Austria’s Next Topmodel bekannt ist, und hat eine anderthalbjährige Tochter. In ihrem Blog detoxingmylife berichtet sie regelmäßig von ihren Erfahrungen mit der Nachhaltigkeit im Alltag. Regina Kail-Urban ist auch ein Fan von unserer Mode. In einer Folge von Austria’s Next Topmodel im September trägt Ihr Mann ein Leinen-Hemd von hessnatur. Und am 18. Juni wird Regina Kail-Urban bei der Vienna Fashion Night ein Modell von hessnatur tragen. Welches ist noch eine Überraschung!

Regina, woher kam Ihnen die Idee, Ihren Blog zu Nachhaltigkeit im Alltag zu starten?
Mit Mitte dreißig gab es eine einfache Überlegung. Ich habe mir gedacht, dass sich alle operieren lassen, um jung und schön auszusehen, und dass ich so viel Geld nicht habe. Ich lese viel und bin ganz gut informiert, deshalb wusste ich auch, dass es eine langfristige Alternative zu Schönheitsoperationen gibt: Ernährung, Entspannung, Bewegung. Wenn es mir gelingen würde, diese drei Faktoren langfristig in mein Leben einzubauen, dann würde ich auch langfristig eine schlanke und schöne Frau sein können. Das gefällt mir, dass Sie so ehrlich sind zuzugeben, dass Ihnen Ihr Äußeres wichtig ist. Ja, sicher. Ich bin ein ganz normaler Mensch. Aber dieser Weg, den ich da eingeschlagen habe, der ist verdammt hart. Es gibt viele Fallen.

Fallen? Was für Fallen meinen Sie?
Wenn ich durch die Stadt gehe, dann sehe ich Fitness Studios, die Power Plate Gymnastik anbieten. Das Versprechen der Power Foods, teure Crémes, die mir ein tolles Aussehen versprechen. Alle diese Dinge, die kurzfristige Erfolge versprechen. Dem allen konnte ich nur widerstehen durch eine langsame Routine im Alltag, mit der ich mein Gehirn ein wenig umprogrammieren konnte. Das hat ganz banal angefangen, ich habe aufgehört zu rauchen und begonnen mehr selbst zu kochen. Ich habe keine einzige Plastikflasche für Kosmetik mehr im Bad, und ich kenne mittlerweile alle Bauern, von denen ich meine Nahrungsmittel beziehe. Und meine Familie und ich, wir fliegen – außer beruflich – nirgendwo hin. Das ist eine ganzheitliche Reise. Ich versuche nachhaltig zu leben.

Und davon berichten Sie in Ihrem Blog „Detoxing My Life“?
Ja, genau von den Stationen dieses Weges berichte ich. Die Leute sollen mich begleiten und ruhig sehen, dass mir dieses Leben auch optisch gut tut. Für sie wird durch meine Geschichten aus dem Alltag nachhaltiges Leben als Konzept greifbarer. Ich meine, es gibt den Spruch von dem US-Model Carol Alt: „Mit 30 dachte ich, Alkohol wird meine Probleme nicht lösen, aber Milch und Smoothies lösen sie auch nicht.“ Es ist nicht so einfach, es gibt keine einfachen Antworten. Der Weg der Nachhaltigkeit ist komplex, im Endeffekt geht es darum loszulassen. Mit der Brechstange Ernährung, Pflege, Kleidung und Gewohnheiten im Alltag umstellen zu wollen, das frustriert. Das muss Schritt für Schritt gehen.

Und wie sind Sie auf die Marke hessnatur gekommen?
Also bei mir in Wien im 18. Bezirk da gibt es so einen ganz engagierten Kreisler (Tante Emma Laden) am Eck, der kauft ganz bewusst ein, bei kleinen Brauereien, der kennt alle seine Lieferanten, bietet Rohmilch an etc. Der hat mir eines Tages so ein Bio-Magazin mitgegeben als Inspiration. Sonst lese ich keine Magazine zu Bio oder Nachhaltigkeit, das macht mich nur verrückt. Ich gehe auch in keinen Bio-Supermarkt, sondern nur zu unserem Bauernmarkt.

Aber in dieser Ausgabe von „Eve“, da war ein Inserat von hessnatur, das hat mich angesprochen. Da dachte ich, denen schreibe ich mal…

Seitdem haben wir immer wieder Projekte zusammen, wie das Mama Blogger Wohnzimmer, bei dem ich gemeinsam mit dem hessnatur-Team im Café „vollbuntes Wohnzimmer“, anderen Müttern Produkte von hessnatur vorgestellt habe, manchmal trage ich auch hessnatur-Mode bei öffentlichen Auftritten. Ich meine, ich bin keine Produktschleuder, aber wenn ich die Leute auf gute, nachhaltige Produkte aufmerksam machen kann, tue ich das gerne.


Regina beim Haute Couture Award/Icon Award 2014 im Kleid von hessnatur

Verstehe. Was sagt eigentlich Ihr Mann, Michael Urban dazu? Michael, der kannte hessnatur viel früher als ich. Der war nämlich mal für ein Shooting für den Katalog gebucht vor Jahren. Naja, mein Mann der ist neugierig und lässt sich auf vieles ein. Zum Beispiel habe ich ihn darauf aufmerksam gemacht, dass ein Haarprodukt, das sie ihm beim Fernsehsender auf den Kopf geben hormonell aktiv ist. Ich habe ihm stattdessen ein Haarwasser aus Brennnesseln und Klettwurzeln selbst gebraut. Das nimmt er jetzt viel lieber. Aber er ist auch mal genervt. Wenn ich ihn schimpfe, weil er eine in Plastik eingeschweißte Gurke im Supermarkt gekauft hat, dann fragt er schon mal, ob das nie aufhört. Und dann sage ich ihm, nein, das hört nie auf, das geht immer weiter und weiter.

Ja, da stimmen Ihre Werte auch genau mit denen bei hessnatur überein: Der ganzheitliche Ansatz ist ein Weg, eine kontinuierliche Entwicklung. Aber eine andere Frage: Was würden Sie Menschen empfehlen, die sich gerne nachhaltig etwas Gutes tun würden, was auch als Kurzprogramm in den Alltag integrierbar ist?

1. Atmen. Nehmt Euch ein schönes, ansprechendes Buch und lernt einfache Atemübungen. Ich kann von Yogi Cameron „Der Guru in Dir“ als Anregung empfehlen.

2. Geht im Wald spazieren. Im Wald kommunizieren sämtliche Organismen, Pflanzen und Tiere miteinander. Nach 20 Minuten kommunizieren sie auch mit Dir, das entspannt nachhaltig.

3. Versucht so oft wie möglich auf dem Bauernmarkt einzukaufen. Kommt mit den Anbietern ins Gespräch. Interessiert Euch für das, was Ihr esst und kocht Euch selber zuhause Essen.

4. Lasst los. Fragt Euch, brauche ich das wirklich? Macht mich das glücklich? Ich persönlich bin gegen alles, was zu sehr beworben wird, allergisch. Und der Alltag ist ein guter Übungsplatz für kleine Verzichtübungen. Manchmal gehe ich in eine Konditorei, schaue mir alles an und atme den Duft ein und sage mir dann, das gönnst Du Dir mal nächste Woche. Fertig.

5. Gönnt Euch etwas Schönes. Macht Euch aber Gedanken darüber, was wirklich schön ist. Zum Beispiel habe ich ein Woll-Plaid von hessnatur, das ist wirklich hochwertig und wärmt so schön. Das war nicht ganz billig, hat aber auch eine ganz andere Qualität als so eine Synthetik-Decke, die es ganz billig bei einem Großanbieter zum Mitnehmen gibt.