Als hessnatur vor 20 Jahren in die Schweiz expandierte, da gab es einen kleinen, feinen Laden in Aarwangen, nicht weit vom heutigen Standort Langenthal. Im Erdgeschoss eines alten Hauses wie es typisch ist fürs Berner Land, ging ein kleines, feines Team zu Werke. Die damalige Vermieterin, Hanna Zimmerli, ist heute 87 Jahre alt. Sie  trägt Hosen und einen silbergrauen Kurzhaarschnitt und ist für ihr Alter sehr rüstig. In Gesprächen ist sie sehr aufmerksam, kein Detail, keine Kleinigkeit entgeht ihr. Emsig serviert sie ihren Gästen Bretzeli, so nennt man im Berner Land mürbe Oblaten, die natürlich hausgemacht sind, und dazu frischen Süßmost. „Sieht sie nicht 20 Jahre jünger aus?“ fragt mich ihre Tochter, Irene Zimmerli, bei hessnatur in der Unternehmenszentrale in Butzbach im Einkauf tätig. Ja, das tut sie wirklich. Und sie erinnert sich auch noch daran, wie das war, als hessnatur vor 20 Jahren in die Schweiz kam.

Frau Zimmerli, wie war das damals, als hessnatur bei Ihnen unten im Haus einzog?

Ich muss sagen, ich kannte hessnatur vorher nicht. Mein damaliger Mieter verkaufte zunächst pflanzengefärbte Wolle en gros. Dann kam also der Versand, man fing ganz klein an. Ich glaube, es waren zuallererst nur zwei Leute. Sie bearbeiteten die Retouren. Und ich durfte auch dort mitarbeiten. Das war für mich sehr, sehr schön. Mein Mann und ich hatten zuvor 15 Jahre lang einen Gemischtwarenladen in den Räumen betrieben. Doch leider ist er sehr bald gestorben, nachdem wir uns zur Ruhe gesetzt hatten.

Das heißt also, Sie hatten Ansprache …

… und eine Aufgabe. Wo hätte ich denn sonst mit 66 Jahren noch eine Arbeit gefunden? Ich war wieder Mitglied in einer Gemeinschaft. Es ging auch sehr familiär zu. Die Mitarbeiter gingen zu mir hoch in die Küche, um Kaffee zu kochen. Das war richtig gemütlich. Und auch das WC war damals bei mir im ersten Stock. Ich habe die Kataloge adressiert und an die Kunden verschickt. So immer 200, 300 Stück.

So haben sie hessnatur kennengelernt.

Ja, zunächst durch die Kataloge. Die Kleider, das war etwas anderes. Die waren aus Seide, Baumwolle und Leinen. Die Qualität hat mich sehr erstaunt. Es war alles ein wenig teurer als ich es gewohnt war, aber das hat sich ja gelohnt. Und das fanden wohl auch die Schweizer Kunden. Nach und nach wuchs das Team, so auf zehn, zwölf Personen. Das waren ganz nette Leute. Zu Yvonne Wälchli, die von der ersten Stunde an dabei war, habe ich heute noch Kontakt. Da wurde der Laden bei mir im Haus dann  bald zu klein …

… und vier Jahre nach der Gründung zog hessnatur nach Langenthal.

Das war traurig für mich, ich bin als Mitarbeiterin auch nicht mehr mit umgezogen. Aber was dafür besonders schön war: An meinem siebzigsten Geburtstag, da haben mich meine hessnatur-Kollegen mit einem Fest überrascht. Sie sind alle gekommen und haben mich mit Kaffee und Kuchen verwöhnt. Das war wirklich etwas ganz besonderes, meine Erfahrung mit hessnatur.

Und gibt es etwas Besonderes, an das Sie sich erinnern?

Ja, natürlich. Das war der Besuch von Heinz Hess. Der Besuch von Familie Hess. Sie sind alle gekommen, Frau Hess, die Söhne. Sie haben sich sehr für alles interessiert und haben sich alles ganz genau angeguckt. Ich war sehr angenehm überrascht von dieser Begegnung. Das waren ganz angenehme Menschen. Ich muss es noch mal sagen, meine Zeit mit hessnatur war sehr schön für mich.