Die Brandkatastrophe in einer Textilfabrik in Bangladesch am 24. November, bei der über 100 Menschen ums Leben gekommen sind, ist leider ein erneutes Beispiel dafür, unter welchen schlechten Bedingungen vielerorts auf der Welt das produziert wird, was Verbraucher tagtäglich tragen: Kleidung: Der „Stern“ hat sich in seiner neuen Ausgabe, die am heutigen Donnerstag erschienen ist, dem Thema mit einer umfangreichen und lesenswerten Reportage angenommen.

Die Redakteure zeichnen die Zustände in der bengalischen Fabrik nach, die zu der Brandkatastrophe geführt haben. Sie erklären das globale Geschäft mit der Mode und gehen auf die Problematik der Beziehungen von Marken mit Lieferanten und Subunternehmern ein, an die Produktionsaufträge weitergereicht werden. Das macht es für Unternehmen schwerer in ihrer textilen Kette festzustellen, wo de facto ein Textil hergestellt wird – und vor allen Dingen unter welchen Bedingungen, angefangen von den Löhnen bis hin zur Arbeitssicherheit vor Ort.

Im Zuge der Recherchieren für die Reportage sprachen die Stern-Redakteure auch mit meinem Kollegen Rolf Heimann, Leiter des Bereichs „Corporate Responsibility“ bei hessnatur. Er betont die Notwendigkeit für ökologische und soziale Verantwortung in der Lieferkette, derer man sich mit Verweis auf die Komplexität bei der Kontrolle von Produktionsbetrieben nicht entziehen könne. Verantwortung für eine menschenwürdige Produktion tragen in seinen Augen nicht nur die Marken, die produzieren lassen, sondern auch die Verbraucher, die ebenso Teil des Systems sind.

Online gibt es die Stern-Reportage – vorerst – nicht; auf der Stern-Website allerdings gibt’s unter anderem einen Marken-Check und weitere Informationen zum Fabrikbrand in Bangladesch.

Übrigens: Die F.A.Z. widmet sich in ihrer heutigen Ausgabe ebenfalls dem Thema Mode, allerdings mit dem Fokus auf solche, die nachhaltig und fair produziert wird. Den Bericht gibt’s hier. Auch die ARD nimmt sich heute Abend in der Sendung Panorama der Sache an und berichtet über „Schuften und Sterben für unsere Kleidung.“