Nach unserem Aufenthalt in Juliaca sind wir in Arequipa angekommen, nach Lima die zweitgrößte Stadt in Peru. Arequipa liegt auf ca. 2500 Höhenmetern. Wunderschön gelegen zwischen drei nicht aktiven Vulkanen mit Schneespitze, die man von überall in der Stadt sieht. Arequipa selbst wird auch die „weiße Stadt“ genannt. Der Grund: Sehr viele Gebäude sind aus weißen Vulkansteinen gebaut. Hier ist die Luft anders – genauer: so wie in Kathmandu, Nepal. An meinen Aufenthalt dort vor vier Jahren fühle ich mich erinnert.

Mit Matthias Hess und Rolf Heimann schaue ich mir den ersten Produktionsbetrieb an. Hier werden Alpaka, Schurwolle und Baumwolle verarbeitet. Während die beiden Herren weiter zu einer Färberei und Strickerei fahren, auditiere ich in dem Betrieb die Arbeitsbedingungen. Da dieser bereits durch ein Zertifizierungsinstitut im Bereich Sozialstandards überprüft wurde, ist das nicht so schwer. Abends treffen wir uns noch mal mit dem Chef einer Alpaka-Farm, die wir besucht haben.


Am nächsten Morgen besuchen wir einen kleinen Betrieb. Hier werden Schals und Decken gewebt. Der Inhaber hat zum einen ganz alte Maschinen, zum anderen aber auch ganz neue, moderne. Und meint, dass im Vergleich die alten teilweise noch besser als die neuen seien. In diesem Betrieb mache ich auch den so genannten hessnatur-Screen, d.h. ich überprüfe mit Hilfe unseres Monitoringsystems die Arbeitsbedingungen vor Ort. Da der Betrieb nur zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat, komme ich relativ schnell durch – und bin zufrieden. Auch der nächste Betrieb ist vorbildlich. Eine Spinnerei, die mehrfach zertifiziert ist. In einer großen Halle wird alles mit modernen Maschinen bearbeitet, von der Säuberung der dreckigen Baumwolle bis zum feinen Garn für die weitere Verarbeitung.

Der Tag in Arequipa neigt sich langsam dem Ende entgegen. Nach einem weiteren Produktionsbesuch steht unser Abendessen an und ich komme, müde aber zufrieden, im Hotel an. Und bin gespannt auf das, was ich am nächsten Tag alles erleben werde!