Vor genau einem Jahr wurde der hessnatur Kundenrat gewählt. Deshalb trafen sich die Geschäftsleitung und das Sprechergremium im Juni zu einer besonderen Exkursion. Im schwäbischen Dietenheim bei Ulm besuchten die Teilnehmer die wegweisende Garn- und Zwirnproduktion der Gebrüder Otto.

Das Familienunternehmen produziert seit mehr als 100 Jahren erfolgreich am Standort Deutschland. Ein Erfolgsfaktor der heimischen Produktion ist die Spezialisierung auf besonders innovative und ökologische Produkte: Mit den Zertifikaten Fair Trade, Bio IVN/GOTS, Naturaline, DIN EN ISO 9001, 14001 und 50001 (Qualitäts-, Umwelt- und Energiemanagementsystem) sowie Öko-Tex 100 und 1000 zählt die Firma Otto zu den nachhaltigsten Unternehmen der Branche in Europa. Eine besondere Expertise haben sich die Dietenheimer bei der Verarbeitung von Kapok erarbeitet. Die Naturfaser ist extrem leicht, atmungsaktiv und wärmeisolierend, aber nur schwer zu verarbeiten. Otto kann das.

Bei der Führung durch die Zentrale in Dietenheim und im Werk Unterbalzheim erläuterte Otto Geschäftsführer Andreas Merkel den Sprechern des Kundenrates die verschiedenen Produktionsschritte bei der Rund- und Flachstrickerei, von der Anlieferung der Baumwolle, der Garnherstellung bis zum Ausstricken der textilen Fläche. Im Kellergeschoss warten riesige Baumwollballen auf ihre weitere Veredelung. Rund 2.000 Tonnen Garne werden bei den Gebrüdern Otto an 330 Werktagen eines Jahres verarbeitet. Die Produktionsfläche beträgt 33.000 Quadratmeter. Die Kundenräte zeigten sich beeindruckt von den fast 25 Meter langen Maschinen, auf denen tausende von Spindeln in einem genau aufeinander abgestimmten Prozess rotieren.

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Auf großes Interesse der Kunderäte stieß das wegweisende Spinnstrickverfahren, mit dem sich einige übliche Arbeitsschritte beim Spinnen einsparen lassen und auf das Umspulen verzichtet wird. So kann Singlejersey mit weniger Energie und geringerem CO2 Ausstoß produziert werden. Ein weiterer Vorteil des Spinnstrickens ist, dass Spulenreste wieder der Produktion zugeführt werden können und so kein Abfall entsteht. hessnatur wird als erstes Unternehmen nach diesem Verfahren produziertes Jersey in Kollektionen einsetzen.

Im Anschluss an die Werksbesichtigung diskutierten die Kundenräte mit der hessnatur Geschäftsleitung über aktuelle strategische Weichenstellungen. Einige Kundenräte hatten sich den neuen Online-Auftritt von hessnatur bereits angeschaut und äußerten sich positiv über den veränderten Markenauftritt. Über die große Herausforderung, hessnatur für noch mehr Kunden erlebbar zu machen und für nachhaltige Mode zu begeistern, waren sich alle Teilnehmer in Dietenheim einig.