Mit Dr. Komal in seinem 27 Jahre alten Wagen eine Drei-Stunden-Fahrt nach Dhandkhola zu machen – da braucht man kein Bungee springen mehr!

Gestern morgen ging es dann raus zur Roadside-Klinik auf dem „Highway“ Richtung Tibet (Was immer Sie sich vorstellen: es ist noch schlimmer). Aber die Gegend ist traumhaft schön. Morgens konnte ich in der Ferne noch den Himalaya sehen, fantastisch. Die Roadside-Kliniken sind besonders wichtig, da die medizinische Versorgung für die Landbevölkerung besonders spärlich ist. Die kranken Menschen kommen mit teilweise zweitägigen Fußmärschen durch die Berge zu der Krankenstation. Diese ist noch recht neu. Eine Krankenschwester ist dort permanent und der Doktor (mein heutiger Kamikaze-Fahrer) kommt zwei Mal die Woche hierher.

Die Station ist mit fünf Betten, kleinem Labor, Röntgengerät und Medikamentenlager ausgestattet. Man benötigt hier noch für die Schwangeren ein Ultraschallgerät und einen Dental-Stuhl. Falls Sie also noch ähnliches in der Garage stehen haben sollten …

Auf die Frage, ob ich mir noch die kleine, von New SADLE eingerichtete Schule ansehen will, hätte ich vielleicht anders geantwortet, wenn ich gewusst hätte, wie man dort hin kommt. Sie werden es mir nicht glauben, denn dummerweise genau ab diesem Zeitpunkt hat meine Kamera schlapp gemacht hat. Wir mussten eigentlich nur über den Fluss –das allerdings in 50 Metern Höhe über eine Schwebebrücke im guten alten „Indiana Jones“-Stil. Super, jetzt bloß nichts anmerken lassen!

Ich habe überlebt. Spätnachmittags habe ich mich noch mit einem Agronomen getroffen, der hier in Nepal gerade eine Bio-Zertifizierungsorganisation aufbaut und – sehr interessant! – Fachmann für Wiederaufforstung ist. Mit ihm habe ich über die Möglichkeiten von Wiederaufforstung der abgeholzten Wälder nahe einem sehr abgelegenen Dorf gesprochen. In diesem Dorf unterhält der Nepra e V. auch eine kleine Krankenstation (die ich bis jetzt aber selber noch nie besucht habe, denn die liegt einen Tagesfußmarsch von der nächsten Straße entfernt). Da würde ich gerne mal hin).

Maheswar Ghimire hat hochspannende Konzepte für Wiederaufforstung. Wir haben aber auch über die Möglichkeit von Anbau von Bio-Baumwolle in Nepal gesprochen. Das wäre ein alter Traum von mir. Wir haben uns verabredet, die Möglichkeit für Bio-Baumwolle aus Nepal zu prüfen. Könnte gehen, da es eine Region mit Baumwollerfahrung gibt.

Von der Fahrt bin ich jetzt müde, aber auch erfüllt. Es ist ein wunderschönes Land und ich lerne hier immer wieder tolle Menschen kennen, die sich hier durch die extrem widrigen Umstände durchbeißen und ihren Humor nicht verlieren. Eine Autofahrt mit Dr. Komal ist filmreif, ein Sack voller Spaß und Schweißperlen auf der Stirn: Und wie kommentiert der Mann seine eigene Fahrweise so passend? „Here comes Komal!“