Auslobung Stadt Fairer Handel

Auch wenn die Preisverleihung schon fast ein halbes Jahr her ist – Marburg an der Lahn ist „Hauptstadt des Fairen Handels 2009“.

Bereits am 16. September 2009 hat sich die hessische Stadt (nur 40 Minuten von hessnatur entfernt) mit knapp 81.000 Einwohnern gegen 39 Mitbewerber durchgesetzt. Neben dem begehrten Titel und dem Recht, das „Hauptstadt-Signet“ zu verwenden, gab es ein Preisgeld von 35.000€, welches in die weitere Arbeit zum fairen Handel(n) fließen soll. Der bundesweite Wettbewerb fand seit 2003 zum vierten Mal statt und wurde von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt bei InWEnt durchgeführt.

In der Jury vertreten: Georg Abel (Verbraucher Initiative e.V.), Christoph Albuschkat (Forum Fairer Handel e.V.), Lothar Ferber-Hammeke (DZ Bank Mikrofinanzfonds), Dr. Werner Görtz (Landeshauptstadt Düsseldorf), Juryvorsitzende Petra Heilih (Weltgebetstag der Frauen und Deutsches Komitee e.V.), Ute Kreienmeier (Deutscher Städte- und Gemeindebund), Dieter Overath (TransFair e.V.), Norbert Pfütze (Entwicklungspolitisches Netzwerk Sachsen e.V.), Rainer Steeg (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) und Acel Welge (Deutscher Städtetag).

Warum Marburg? Marburg hat sich gegen die Städte München und Saarbrücken (Platz 2) sowie die Stadt Chemnitz und Gemeinde Rumbach (Platz 3) wegen der herausragenden Vielfalt der kommunalen Aktivitäten durchgesetzt. So bindet Marburg beispielsweise die Thematik des fairen Handels optimal in ihre Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit ein und spricht verschiedene und neue Zielgruppen an.

Beispielsweise werden eine eigene Zeitschrift und ein eigener Radiosender als Kommunikationsmittel genutzt und breitenwirksam eingesetzt. Die Stadt begeisterte weiter durch ihre Kontinuität als auch Kreativität bei der Entwicklung neuer Ideen und Anregungen. Als entwicklungspolitische Lernorte wurden ein Botanischer Garten, eine Bio-Kafferösterei und ein Weltladen etabliert.

Beeindruckt war die Jury auch durch die sehr fruchtbare und interkommunale Zusammenarbeit Marburgs mit den Städten Eisenach, Honduras und Dortmund. So lernen zum Beispiel Süd-Partnerinnen der Frauenorganisation „Comucap“ aus Honduras den Fairen Handel in Deutschland kennen.

Die nächste bundesweite Ausschreibung findet 2011 statt. Bis dahin mache ich mir ein paar schöne Tage in Marburg und genieße frisch gerösteten Bio-Kaffee im Botanischen Garten …