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Zunächst ein paar Fakten: Hamburg hat sich das Leitmotiv „wachsende Stadt“ verordnet und erweitert die Innenstadtfläche um 40%. Das größte städtebauliche Projekt Europas entsteht. Eine Vision der Stadt des 21. Jahrhunderts. Eine Retortenstadt in der Stadt – die Hafencity, Fertigstellung 2025.

  • Gesamtgröße: 157 Hektar
  • 800 Meter Entfernung zum Rathaus
  • 10 km neue Kaipromenaden
  • 107 Meter hoch die Elbphilharmonie

Es entstehen 5.500 Wohnungen, Flächen für 40.000 Arbeitsplätze in Einzelhandel, Gastronomie, Kultur- und Freizeiteinrichtungen.

Anfang 2009 wurden ca. 760 Wohneinheiten fertig gestellt. Ungefähr 1.500 Menschen leben bereits dort und kämpfen nun mit einer Spinnenplage.
Auch die Brückenspinne ist begeistert in die neu entstehende Stadt gezogen und hinterlässt zum Ärger der Bewohner Kot, Kokonrückstände, Reste von Mahlzeiten und spinnt überall ihre Netze.

Sie findet hier ideale Lebensbedingungen wie Wasser, verwinkelte Bauten, die nachts mit kühlem Halogenlicht, statt Natriumdampflampen beleuchtet sind und darum vermehrt Zuckmücken anziehen. Es gibt keine natürlichen Feinde, denn wo Bäume und Büsche fehlen, gibt es auch keine Vögel. Allerdings sind in letzter Zeit vereinzelt „Kamikaze Amseln“ beobachtet worden, die sich an den Fassaden in die Tiefe stürzen, um Insekten einzufangen. Das wird aber wohl nicht reichen, da die Brückenspinne bis zu 1.500 Nachkommen in 7 Monaten Lebenszeit bekommt. An einigen Gebäuden wurden von einer Biologin der Hamburger Universität 70 bis 100 Spinnen pro qm gezählt.

Wenn die Hafencity fertig ist, soll es südlich der Elbe weiter gehen. Dann werden in die Bauplanung in Gewässernähe hoffentlich auch Biologen mit einbezogen, damit Mensch und Natur sich arrangieren können.

Auf die Spinnengeschichte bin ich übrigens gestoßen, weil es sich einige Spinnen in ihren Netzen in den Fensterecken unseres Ladens bequem gemacht haben. Klar, es wird Herbst und Spinnennetze mit glänzenden Tautropfen gehören für mich dazu. Sie haben schon vor 136 Millionen Jahren ihre Fäden gesponnen. Also, bei uns  dürfen die Spinnen bleiben, bis ein Vogel von der Alster herübergeflogen kommt …