Über die Entlassung von Friedensnobelpreisträger Professor Muhammad Yunus als Direktor der von ihm gegründeten Grameen Bank und dem harten Wind, der ihm seitens der bengalischen Regierung ins Gesicht weht, haben wir hier im Blog schon berichtet.

Jüngst wurde die Meldung „Friedensnobelpreisträger als Bankdirektor abgesetzt“ durch die deutsche Presse verbreitet, die Initiative „Friends of Grameen“ spricht in ihrem neuesten Newsletter davon, dass Yunus noch genau so lange rechtmäßiger Grameen Bank-Chef bleibt, bis die finale juristische Entscheidung fällt.

Ich habe mit Florian vom Grameen Creative Lab (GCL) in Wiesbaden gesprochen – die Institution, von Hans Reitz und Muhammad Yunus gemeinsam gegründet – und mich auf den neuesten Stand bringen lassen. Das GCL steht in engem Kontakt mit dem Yunus Centre in Dhaka.

Die Situation ist in der Tat verworren: Kraft des Gesetzes ist Yunus zwar noch Managing Director der Grameen Bank, seinem Einspruch gegen die Absetzung von seinem Posten wurde allerdings nicht stattgegeben. Auf der anderen Seite ist die Absetzung seitens des obersten Gerichts auch noch nicht final bestätigt. Eine Anhörung dazu im April wurde kurzfristig auf Mai verschoben. Die Zitterpartie geht also weiter, obwohl dadurch für die vielen Yunus-Unterstützer weltweit weiterhin Zeit bleibt, Proteste gegen Yunus’ Abberufung zu initiieren und den Druck auf die bengalische Regierung zu erhöhen. Rund 3,7 Millionen Kundinnen der Grameen-Bank haben mit ihrer Unterschrift gegen die Absetzung protestiert. Auch der internationale Druck wächst: Unter anderem äußerte sich jetzt auch Deutschlands Außenminister Guido Westerwelle, der betonte, dass Yunus’ „Grameen-Bank ein Symbol für den Kampf gegen die Armut ist. Millionen von Menschen konnten sich aufgrund seiner Ideen und seines Engagements aus bitterster Armut befreien. Ich hoffe, dass er sein Engagement fortsetzen wird und fortsetzen kann.“ Frankreichs Präsident Nicoals Sarkozy bekundete ebenso offen wie Vertreter der US-amerikanischen Regierung seine Sorgen hinsichtlich der aktuellen Situation von Yunus und Grameen.

Die Initiative „Friends of Grameen“ empfiehlt, das Thema in sozialen Netzwerken weiter zu tragen, weitere Informationen dazu gibt es auf deren Website und auf der Facebook-Fanseite Support Yunus. Noch ist die Abberufung vom Chefposten der Grameen Bank nicht rechtmäßig, noch gibt es die Hoffnung auf eine gute Lösung für Yunus und vor allen Dingen für die vielen Anteilseignerinnen! Die Hoffnung stirbt ja bekanntermaßen zuletzt.