Heute, am 22. April ist Earth Day. Das Motto des Deutschen Komitees für dieses Jahr ist Grünes Geld. Da fällt mir ein, dass die Mutter eines alten Freundes mir neulich eine Seite aus Frankfurter Allgemeinen Zeitung in die Hand gedrückt hat. Das macht sie gerne, wenn sie einen Artikel gut findet und will, dass ich ihn auch lese. Doch dieses Mal habe ich aus Versehen statt des Textes über die Geschichte des Suhrkamp-Verlages den auf der anderen Seite über Geld, Gier und die Ungleichverteilung in heutigen Gesellschaften gelesen. „Maßhalten! Maßhalten?“ ist der Titel.

Es geht um den Umgang mit Geld, vornehmlich derjenigen, die in Form von Boni und Top-Gehältern ziemlich viel davon bekommen. Ein Plädoyer für die bürgerliche Gesellschaft, Privateigentum, Gewinnstreben als Leistungsanreiz, aber auch für ein starkes Gemeinwesen. Unternehmer und Konzernchefs sollten selbst auf die Idee kommen, unverhältnismäßige und unethische hohe Löhne zu deckeln. Es könne nicht Aufgabe des Staates sein, die Löhne der Top-Manager zu regeln, sondern es sei Zeit für die Empfänger dieser Löhne abzukehren von der Gier.

Was können wir tun?

Das mag ja schön und gut sein, an die Werte und das Gewissen von Bankern zu appellieren, aber was nützt das eigentlich Dir und mir, die wir weder die Macht haben, Gesetze zu erlassen, noch in die Verlegenheit kommen, unethisch hohe Gehälter zu beziehen? Das größte Problem, dass durch die Finanzkrise offenbar wurde, ist doch das völlig unnachhaltige Wirtschaften der Finanzindustrie. Die fortgesetzte Euro-Krise schafft im Augenblick auch nicht das Vertrauen, dass demnächst sich alles zum Guten wenden könnte. Was also tun?

Der Earth Day ruft dazu auf, privates Geld nicht länger in den Kreislauf der konventionellen Finanzindustrie einzuspeisen, sondern grünen, weil umweltbewussten, nachhaltig wirtschaftenden Banken anzuvertrauen. hessnatur beispielsweise ist Kunde der GLS Bank. Einen Überblick über Grüne Banken gibt es auf utopia.de.

Kriterien, die relevant sind für den nachhaltigen Umgang mit Geld:

Sinn-Strategie: Wie sinnvoll sind das Produkt und die Dienstleistung?

Maßstäbe: Wie ökologisch wird produziert, verkauft, konsumiert und entsorgt?

Transparenz: Wo wird investiert, wie werden die Erträge verteilt?

Fairness: Wird beim Verteilen des Geldes auf gerechte Arbeitsbedingungen geschaut?.

Mit-, nicht Gegen-einander: Wie kooperativ ist das Unternehmen auf dem Markt? Wie nutzt es seine
wirtschaftliche Kraft, um nachhaltig sinnvolle Partnerschaften einzugehen?

Der Earth Day findet jedes Jahr am 22. April in über 190 Ländern der Erde statt. Unter dem Motto  „Global denken, lokal handeln“ will die Initiative den Menschen ins Bewusstsein rufen, was die Forderungen der Agenda 21 vom UN-Erdgipfel aus dem Jahr 1992 sind: Ein nachhaltiger Lebenswandel zum Wohle aller Menschen und der Umwelt, damit die Erde auch in Zukunft ein lebenswerter Ort bleibt.