Jetzt ist er endlich da, der Sommer, und es vergeht kein Tag, an dem ich im Laden Butzbach nicht nach den Sonnenschutz-Produkten von Dr. Hauschka oder Weleda gefragt werde, die leider der neuen Verordnung für Sonnenschutzmittel – bezüglich der Auslobung der Höhe des Lichtschutzes – zum Opfer gefallen sind.

Der UV-A-Schutz soll mindestens ein Drittel des UV-B-Schutzes betragen, weil festgestellt wurde, dass es zu immer mehr Hautschäden aufgrund der intensiven Sonnenbestrahlung kommt. Auch gibt es statt der bisher üblichen Lichschutz-Faktoren in Zukunft zur Klassifizierung die Bezeichnungen niedrig, mittel, hoch und sehr hoch.

Die meisten der naturkosmetischen Sonnencremes sind demnach nur bei „niedrig“ einzustufen – und wer mag die dann noch kaufen? Nur Lavera schafft es in die Klasse mittel. Die Cremes mit den ehemals hohen Lichtschutz-Faktoren 25 bis 40 wurden entsprechend dem nachgewiesenen UV-A-Schutz auf 15 bis 20 – also „mittel“ – herabgesetzt.

Besonders empfohlen (ich bin schon ganz gespannt auf den nächsten Öko-Test zu diesem Thema) werden also zurzeit tatsächlich die Cremes mit den synthetischen Lichtschutzfiltern, weil sie einen besonders hohen Schutz aufzuweisen haben und man/frau damit etwas länger in der Sonne „braten“ kann.

„Chemische Lichtschutzfilter liegen nicht wie eine abschirmende Decksubstanz zwischen Haut und Strahlung, sondern wirken durch Reaktionen auf und mit der Haut. Diese Prozesse sind der Grund für ihre oft nicht unerheblichen Nebenwirkungen, denn die Filterwirkung beruht darauf, dass Moleküle einen bestimmten Wellenbereich aufnehmen. Das geht nicht spurlos an Ihnen vorbei: Sie werden dadurch verändert. Es können neue Molekülverbindungen entstehen, die ein stark allergisierendes Potenzial haben oder zu phototoxischen Reaktionen führen. Alle fünf der von Schweizer Wissenschaftlern getesteten synthetischen UV-B-Filter reagierten im Labortest wie Östrogene, und die können das Wachstum von Krebszellen beschleunigen.“ (aus „Schön um jeden Preis“ von Rita Stiens, Südwest-Verlag)

Ebenso wird die Wirkung der mineralischen Mittel zurzeit heiß diskutiert. Ihre Lichtschutzwirkung geschieht durch die Abdeckung mit Mikropigmenten, auch Nanopartikel genannt. Die stehen unter Verdacht, bei offenen oder wunden Stellen die Hautbarriere zu durchdringen.

Noch gibt es keine Studien, wie sich generell die Verwendung von konventioneller Kosmetik in Verbindung mit intensiver Sonnenbestrahlung auf die Haut auswirkt – verglichen mit Naturkosmetik. Oder aber langfristig synthetischer Sonnenschutz kontra mineralischem. Das fände ich ja mal interessant! Ich vermute, dass es noch ganz andere, wissenschaftlich bisher nicht berücksichtige Faktoren in der Zusammenwirkung von Sonne, Kosmetik, Sonnenschutz, Umweltbelastung etc. auf der Haut gibt.

Tja, was kann ich Ihnen nun raten? Ich habe für mich und meinen 9-jährigen Sohn entschieden, dass ich den mineralischen Lichtschutz in jedem Fall bevorzuge und wir uns, damit geschützt, möglichst wenig in der prallen Sonne aufhalten. Soweit das bei einem leidenschaftlichen Fußballer überhaupt möglich ist :-)
Bei Überlegungen dazu ist es wichtig, alle gegebenen individuellen Faktoren zuberücksichtigen.

Gern beantworte ich Ihre Fragen zu diesem sehr komplexen Thema hier im hessnatur-Blog.