Vergangene Woche bin ich nach Teneriffa geflogen, um vor Ort die Fotoproduktion unseres Sommerkataloges zu begleiten. Als ich gehört habe, dass unsere Stylistin einen Hund mit zurück nach Deutschland bringt, wurde mir ganz warm ums Herz. Es war immer ein Zwiespalt für mich, dass Tiere aus anderen Ländern nach Deutschland kommen, da wir auch hier viele Tiere im Tierheim haben. Nach langem Überlegen habe ich mich schließlich doch als „Flugpatin“ beworben.

Als Flugpatin bringt man ein Tier mit nach Deutschland, welches zuerst in eine Pflegefamilie kommt. Dort können sich die Tiere erst einmal akklimatisieren und kommen dann schon etwas entspannter in ihr neues, richtiges Zuhause. Da ich bereits drei Hunde zu Hause habe, war es mir nicht möglich, noch einen für mich mitzubringen.

Die Abwicklung und Anmeldung übernimmt das Tierheim bzw. die Pflegerin vor Ort. Es ist ziemlich unkompliziert und man hat wenig Stress. Leider unterstützt nicht jede Fluggesellschaft die Flugpatenschaften. Auf Teneriffa ist es so, dass viele Tiere unter schrecklichen Umständen leben. Daher ist es wichtig, dass es Personen gibt die sich aktiv am Tierschutz beteiligen. Frau Zifferer ist eine dieser Personen. Sie ist dafür verantwortlich, dass im November 2005 das neue Tierheim „Valle Colino“ im Norden von Teneriffa fertig gestellt wurde. Frau Zifferer selbst hat 19 Hunde auf Ihrem Privatgelände und immer ca. 15 Pflegehunde, die auf einen Flugpaten zum Ausreisen warten. Das Tierheim wird von der Stadt La Laguna finanziert. Bis zu 400 Tiere, welche aus vier verschiedenen Bezirken Teneriffas kommen, leben dort im Tierheim. Da das Tierheim aufgrund der Größe so viele Tiere aufnehmen kann, wird vermieden, dass die Hunde nach 21 Tagen Aufenthalt eingeschläfert oder vergiftet werden. Das ist auf Teneriffa so üblich.

Die Vermittlung der Tiere funktioniert, weil es viele freundliche Urlauber gibt, die sich als Flugpate zur Verfügung stellen und dem Tierheim auf Teneriffa wieder mehr Platz ermöglichen, Tiere aus Tötungsstationen aufzunehmen. Im Jahr werden rund 1000 Hunde und Katzen im Tierheim aufgenommen. Bis die Tiere ausgeflogen werden können, vergeht eine lange Zeit. Die Tiere müssen alle aufgepäppelt werden, da sie oft in einem miserablen Zustand ins Tierheim kommen. Danach werden sie kastriert, entwurmt, geimpft und gechipt. Erst wenn es den Tieren gesundheitlich gut geht, können sie ausgeflogen werden.

Früher wurde in dem Tierheim die ganze Verantwortung dem Wärter überlassen. Er verkaufte Hunde für Hundekämpfe, oder die Tiere wurden wegen Überfüllung eingeschläfert. Medizinische Versorgung gab es in dem Tierheim nicht. Außerdem war das Tierheim mit riesigen Kothaufen übersehen. Seit dem Frau Zifferer die Leitung übernommen hat, sind die Zustände viel besser geworden. Es gibt einen eigenen Tierarzt und eine Helferin. Die Hunde haben ein Dach über dem Kopf, damit sie nicht bei praller Sonne und Regen im Freien liegen müssen. Einen Teil der Tierarztkosten übernimmt der ETN (Europäischer Tier- und Naturschutz e.V.) in Much in Deutschland seit mehr als 10 Jahren.

Am Samstag war es dann so weit. Die Rückreise nach Frankfurt stand an. Am Flughafen traf ich auf einige Urlauber, die einen Hund mit nach Deutschland nehmen. Macuin, ein Rüde (anderthalb Jahre alt), und Noah, die zierliche Hündin (zwei Jahre alt), waren meine beiden Patenkinder. Der Zoll erlaubte, dass die zwei während des Fluges zusammen bleiben durften. Am Flughafen in Frankfurt angekommen, konnten die beiden ihre neuen Pfleger begrüßen. Sie werden nun dort solange versorgt, bis sie ein festes zu Hause finden.

Ich bin glücklich, dass ich beiden die Chance auf eine neue Familie ermöglicht habe, die sie lieben und pflegen. Ich würde das jederzeit wieder machen. Für mich war das ein schönes Ereignis und eine gute Tat in den letzten Tagen diesen Jahres.