Heute gibt’s mal wieder einen Hinweis auf einen Film: „Taste the Waste“ heißt der Dokumentarfilm, der am heutigen Donnerstag in den deutschen Kinos anläuft. Die Leitfrage von Filmemacher Valentin Thurn: Warum schmeißen wir unser Essen auf den Müll?

Das klingt unglaublich und ist doch traurige Realität: Nahezu 50 Prozent aller Lebensmittel werden weggeworfen. Entweder durch den Verbraucher selbst oder schon vorher durch die Industrie. Das Foto zeigt übrigens Brot- und Backwaren, die „entsorgt“ werden – in Deutschland in Summe rund 800.000 Tonnen pro Jahr, was Brote betrifft. Was den Wert der Lebensmittel angeht, die in Summe auf dem Müll und nicht auf dem Teller landen, wird im Film von rund 20 Milliarden Euro ausgegangen. In Abfall-Containern von Supermärkten finden sich einwandfreie Nahrungsmittel, die original verpackt und auch noch haltbar sind. Und: Essen, das in Europa weggeworfen wird, würde zwei Mal reichen, um alle Hungernden der Welt zu ernähren.

Der Film deckt solche Fakten auf, sucht nach Antworten und befragt die Beteiligten diseses „Verschwendungssystems“ wie Abfallwirtschaft, Supermarkt-Betreiber, Bauern, Köche und Verbraucher. Die Folgen reichen weit, die Auswirkungen auf das Weltklima sind verheerend. Die Landwirtschaft verschlingt riesige Mengen an Energie, Wasser, Dünger und Pestiziden, Regenwald wird für Weideflächen gerodet.

Valentin Thurn stellt aber auch Alternativen zu dem verschwenderischem Verhalten vor. Wie zum Beispiel einen Supermarkt-Direktor, der seine Kunden zum Kauf klimafreundlicherer Produkte animiert, oder eine Forscherin, die in Eigeninitiative Aufklärungsarbeit bei Haushalten leistet. Getreu dem Motto „Handeln statt jammern“. Der Film zeigt, dass ein weltweites Umdenken stattfinden muss und dass es sinnvolle Alternativen zu solchem Irrsinn gibt.

Übrigens: Rund um den Kinostart finden verschiedene Aktionen statt, u.a. von Oxfam, Brot für die Welt oder der Slow Food-Bewegung. Übermorgen – am Samstag, 10. September – wird zum Beispiel in Berlin-Mitte von 12.00 bis 15.00 Uhr auf dem Dorothea-Schlegel-Platz ein großes Mittagessen aus „ausgemusterten“ Lebensmitteln und Ernteresten zubereitet.