hessnatur Fashion Revolution Day 2017

Fashion Revolution Day 2017 – Power to the People

Money, Fashion, Power. Das ist das Motto des diesjährigen Fashion Revolution Days. Treffender könnte man es wohl kaum definieren. Denn die weltweite Textil- und Bekleidungsindustrie ist ein Geschäft von mehreren Trillionen Euro – das ist eine Eins mit 18 Nullen.

Zu wissen, wie dabei das Geld und somit die Macht verteilt ist, tut unfassbar weh: Auf der einen Seite führen sechs* der zwanzig reichsten Menschen der Welt Unternehmen, die Unsummen von Textilien verkaufen. Auf der anderen Seite sind 75 Millionen* Menschen in der Herstellung genau dieser Textilien beschäftigt und die allermeisten von ihnen verdienen dabei nicht einmal das Existenzminimum.

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Nina ist Designerin in Bosnien und Herzegowina
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Lets fertigt Strickwaren in Thailand

Zeit für eine Machtverschiebung. Denn sind wir mal ehrlich: Wer gibt den sechs steinreichen Menschen immer mehr und nimmt dabei den Ärmsten jegliche Perspektive? Das sind wir, die Konsumenten. Mit jedem Einkauf stimmen wir sozusagen ab. Jedes Zehn-, Fünf- oder Drei-Euro-Shirt macht die Reichen noch reicher und die Armen noch ärmer.

Damit unterstützen wir ein recht komplexes System: Im Zuge des Fast Fashion Trends produzieren Unternehmen immer schneller immer mehr. Seitdem Mode nicht mehr gebraucht, sondern konsumiert wird, sind die Preise stetig gefallen. Um dem standzuhalten, wird in Ländern produziert, in denen die Löhne am niedrigsten sind. Durch den Preisdruck können Fabrikbesitzer weder Sozial- noch Sicherheitsmaßnahmen einhalten. Politiker weigern sich, die Mindestlöhne anzuheben aus Angst vor Abwanderung der Industrie und den damit verbundenen wirtschaftlichen Einbußen des Landes. Ein Teufelskreis.

Die Logik jedes Kreises, auch des teuflischen, besteht darin, dass er in sich geschlossen ist. Es gibt also keinen klaren Anfang. Deshalb lässt sich auch darüber streiten, ob nun profitsüchtige Unternehmer oder konsumgeschädigte Verbraucher an der Misere Schuld sind. Doch das ist irrelevant. Denn im Gegensatz zu herkömmlichen Kreisen, gibt es hier die Aussicht auf ein Ende.

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Sylwia fertigt Jeans in Polen
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Selma näht Wäsche in Bosnien und Herzegowina

Die gute Nachricht: Jeder Einzelne kann als Konsument seinen Teil dazu beitragen. Die schlechte: Ein echter Wandel erfordert eine gehörige Portion Geduld, Disziplin und Einsatz. Also lieber noch eine gute Nachricht: Jeder Schritt, sei er noch so klein, zählt.

Eine Anleitung für große und kleine Schritte.

Who made my clothes

Informiert euch.
Lernt mehr über die Textile Kette und wie aufwändig Mode hergestellt wird.

Schaut fern.
Unser Filmtipp: The True Cost – gibt es auch auf Netflix.

Stellt Fragen.
Schreibt an Modemarken und bittet sie um mehr Transparenz und darum, ihren Textilarbeitern existenzsichernde Löhne zu zahlen.

Kauft bewusst.
Wählt Mode, die einen positiven Einfluss auf Mensch und Natur hat.

Werdet kreativ.
Statt shoppen und wegwerfen, könnt ihr tauschen, reparieren, re- oder upcyclen oder ganz neue nachhaltige Alternativen finden.

Teilt Selfies.
Macht am 24. April und gerne auch das ganze Jahr über Fotos von euch, auf denen ihr die Labels eurer Kleidung zeigt und die entsprechenden Marken auf Social Media fragt #whomademyclothes?

Bei hessnatur sprechen wir übrigens ganz selbstbewusst von unserer 2.123. Fashion Revolution Week – denn seit Unternehmensgründung vor über 40 Jahren setzen wir auf natur- und menschenfreundliche Produktion und berichten regelmäßig über die Hintergründe unserer Arbeit.

Ab dem 17. April zeigen wir euch auf unseren Social Media Kanälen zusätzlich eine ganze Woche lang, wo und vor allem von wem unsere Lieblingsstücke produziert werden. Und am diesjährigen Fashion-Revolution-Day präsentieren wir euch eine ganz besondere Geschichte zu einem Produkt, an dem wir seit über zwei Jahren arbeiten. So viel sei verraten: Es ist fair, es ist bio und es kommt aus Bangladesch.

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Hintergrund: Was ist der Fashion Revolution Day?

Am 24. April 2013 stürzte in Bangladesch die Textilfabrik Rana Plaza ein und riss über 1.100 Menschen in den Tod. Über 2.000 wurden teilweise so schwer verletzt, dass sie anschließend nicht mehr arbeiten konnten. Der Kollaps des Gebäudes gilt als eine der größten Katastrophen der Textilindustrie und wird den katastrophalen Bedingungen zugeschrieben, die weltweit im Textilmarkt herrschen.

Die Non-Profit-Organisation fashionrevolution.org ruft jedes Jahr am 24. April zum Fashion Revolution Day auf. Fashion Revolution ist eine globale Bewegung für mehr Transparenz in der Modeindustrie.

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Kommentare
  • Farbenfreundin (@farbenfreundin) ,

    Tolle Aktion! Da werde ich mir etwas einfallen lassen – zum 24. April!

    Antworten
    • hessnatur ,

      Liebe Farbenfreundin, vielen lieben Dank für Dein Lob. Wir freuen uns auf Deine Ideen 🙂
      Herzliche Grüße, Dein hessnatur Service Team

      Antworten

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