Es sind etwas andere Stars, die dieses Filmfestival ganz groß rausbringt. Sie heißen nicht Brad Pitt und nicht Angelina Jolie, nicht Till Schweiger und auch nicht Johanna Wokalek. Sie heißen Iberischer Luchs und nordafrikanische Berberaffen, holländische Tulpe oder sogar Tokyo. Denn das Filmfestival NaturVision, das von heute, dem 18. Juli bis zum 21. Juli in Ludwigsburg läuft, hat sich ganz auf Natur-, Tier- und Umweltfilme spezialisiert.

Die 113 Filme im Programm beschäftigen sich mit unterschiedlichsten Themen. In „Die Essensretter“ von Valentin Thurn macht sich der Regisseur mit der Kamera auf die Suche nach Lösungen für die riesige Lebensmittelverschwendung in Europa. Der Film ist einer derjenigen, die dem Sonderthema des Festivals „Save the Waste. Müll ist Rohstoff“ gewidmet sind. In „ECOPIA. Intelligent bauen, nachhaltig leben – Kulturwelten“ geht die deutsche Filmemacherin Eva Richter drei Konzepten nachhaltiger Architektur im Kulturbereich nach: Der ökologischen Umgestaltung der Nationalbibliothek in Saudi-Arabien, einem chinesischen Opernhaus, das mit Meerwasser gekühlt wird, und einem ganz aus Holz gebautem Kulturzentrum in Sevilla.

„Atomic Africa“ hingegen zeigt, wie Afrika seit über einem halben Jahrhundert den Preis für die atomare Entwicklung in Europa zahlt. Ökologisch und sozial. Der Film enthüllt das aggressive Vorgehen der internationalen Atomindustrie auf dem afrikanischen Kontinent sowie die erschreckenden Konsequenzen für Mensch und Natur. Und „Auf leisen Pfoten – Spaniens letzte Luchse“ erzählt von den schönen und seltenen Raubkatzen der Welt in ihren letzten Revieren in Südspanien. Der Film gibt rare Einblicke in den Überlebenskampf der bedrohten Tierart.

Gefragt danach, welche Filme ihm denn besonders am Herzen liegen, antwortet Festivalleiter Ralph Thoms: „Alle Filme liegen mir am Herzen. Jeder Film hat seine eigene Kraft und wirkt auf jeden Zuschauer eigen.“ Das mache die Faszination dieser Filme mit ihren vielfältigen, doch immer aktuellen, ja geradezu drängenden Themen aus, dass jeder etwas anderes für sich daraus mitnehme.

Gegründet hat Ralph Thoms das Festival 2002 im Nationalpark Bayerischer Wald in Neuschönau. 2012 ist das Festival ins Baden-Württembergische Ludwigsburg umgezogen, wo die Filme in zwei Kinos gezeigt werden. Und wer gerne in seinem Betrieb oder seinem Institut eine Auswahl dieser Filmperlen zeigen möchte, kann sich das Festival im Kleinformat ins Haus holen. Unter dem Motto „Best of“ stellt das Festival für Interessierte ein maßgeschneidertes Programm zusammen.

Karten für die Vorstellungen kann man online hier und hier reservieren. Zum Festivaltrailer geht es hier.