Sie wurde vom Internationalen Stockholmer Wasserinstitut ins Leben gerufen: die Woche des Wassers vom 5.-11. September 2010. Dass uns gerade jetzt das Thema mit Überflutungen in Pakistan und im Niger so präsent ist, war bei der Planung dieser Woche natürlich nicht abzusehen. Um so deutlicher wird uns jetzt, dass nicht nur ein „zu wenig“ ernsthafte Bedrohung des Lebens bedeutet, sondern auch ein „zu viel“. Und gerade diese sintflutartigen Regenfälle in Pakistan und im Niger haben die einfachen Behausungen und die wenigen bewirtschafteten Felder einfach davon gespült. Unvorstellbar und paradox: nie gibt es genug Wasser und dann in zu kurzer Zeit sind die Mengen nicht zu bewältigen. UNICEF schätzt, dass durch die Flutkatastrophe allein in Pakistan ca. 1,5 Mio. Kinder an Durchfallerkrankungen aufgrund von verschmutztem Trinkwasser leiden. Im Niger ist die gerade ausgebrachte Reis-Saat davongeschwommen. Die sowieso hungernde Bevölkerung wird keine Ernte einbringen können.

Und gleichzeitig bedeutet Wasser Leben, eine ungeheure Vielfalt des Lebens. Und gerade deshalb haben Wasserverschwendung und gedankenloses Verschmutzen von Wasser Folgen für uns alle. Weltweit. Wir erleben es am Rückgang der Artenvielfalt in unseren Meeren, in den Flüssen und Seen direkt vor unserer Tür. Es passiert nicht irgendwo.

Färbebäder mit vielen chemischen Zusätzen und so genannte Ausrüstungsverfahren in der Textilindustrie (und nicht nur diese!) lassen extrem belastende Abwässer zurück. Lieferanten von hessnatur, die die Färbeprozesse für unsere Kollektionen übernehmen, müssen neben der Verwendung von schwermetallfreien Farben auch eine doppelstufige Klärung der Abwässer nachweisen. Viele der sonst üblichen Ausrüstungen von Fasern, Garnen und Stoffen sind nach unseren Standards gar nicht drin. Eine Möglichkeit, sauberem Wasser auf die Sprünge zu helfen.

Mit dem Gedanken, dass es gar kein Abwasser gibt, möchte ich heute den Tag des Wassers begehen. Wasser ist immer im Kreislauf und kann deshalb nie ein Abfallprodukt sein. Wenn wir beginnen, so zu denken, werden wir vielleicht anders mit der Ressource Wasser umgehen.

Einen Fernsehtipp habe ich noch:  Am 11. September gibt es einen ganzen Tag zum Thema Wasser. Darunter um 20.15 Uhr „Die Bucht“ über und mit dem Tierschützer Richard O’Barry.