Burkina Faso-Reise

Vor einiger Zeit erreichte mich eine doch eher ungewöhnliche Anfrage. Unserer Kundin Sabine schrieb mir eine Mail – sie habe in unserem Sommerkatalog und im Blog die Beiträge über unser Bio-Baumwoll-Projekt in Burkina Faso gelesen, begrüße sehr unser Engagement und wolle sich vor Ort gerne selbst davon überzeugen – denn bei ihr stehe in Kürze eine Reise nach Burkina Faso zu ihrem Sohn an, der einige Monate vor Ort arbeite.

Ich habe Sabine daraufhin mit unseren Partnern von Helvetas in Ouagadougou vernetzt, damit sie aus erster Hand über unser gemeinsames Anbauprojekt für Bio-Baumwolle informiert werden kann. Schließlich kennen die Helvetas-Mitarbeiter die Bauerngemeinschaften in den verschiedenen Anbaugebieten und haben die Kontakte vor Ort.

Jetzt, nach der Rückkehr aus Burkina Faso, erreichte mich eine sehr persönliche Mail mit Eindrücken ihrer Reise. Beim Lesen habe ich mich doch gleich wieder nach Burkina Faso zurückversetzt gefühlt. Einige Zeilen möchte ich – natürlich mit Sabines Einverständnis – den Leserinnen und Lesern des Blogs nicht vorenthalten:

„Es waren zwei wunderbare und sehr eindrucksvolle Wochen! Schon allein die Ankunft. So richtig kann man sich nicht darauf einstellen, wenn der Flugkapitän sagt „Temperatur am Boden 38 Grad“ – und das am Abend! Ich habe von Ouga nicht die feinen Strassen gesehen, mein Sohn hat mir „sein Ouga“ gezeigt. Die Menschen, die seine Freunde wurden, die Märkte, die gute Küche der Bonne Femmes, seine Arbeitsstelle, ganz gewöhnliche Wohngegenden, die Kunst, aber auch das aus dem Boden gestampfte „Ouga 2000“.

Es war nicht leicht sich zu entscheiden, wo wir von Ouga aus hinfahren sollten, aber schließlich sind wir mit Bus bzw. Buschtaxi nach Bobo bzw. Banfora gefahren. Das ist landschaftlich wirklich sehr schön, sehr grün, mit ganz wunderbaren Felsformationen, sogar Seen und Wasserfällen, die wir alle mit dem Moped erreicht haben. Gewohnt haben wir in einem Kulturzentrum für junge Menschen, in Banfora bei Siaka in seinem Siakadougou – was ich hiermit wärmstens empfehle, falls Sie oder Freunde mal in die Gegend kämen.

Sie hatten recht mit Ihren begeisterten Sätzen über dieses Land! Am Ende hatte ich Lust weiter zu reisen, alle etwas diffusen Ängste vor diesem Kontinent, die ich doch hatte (ich war vorher noch nie in Afrika), waren verflogen. Ich habe mich, so gut es in der kurzen Zeit ging, auf das Land und die Menschen eingelassen und viel mit heim genommen.

Eine ganz besondere Bereicherung war natürlich das Gespräch mit Herrn Abdoulaye Ouedraogo von Helvetas. Herr Ouedraogo hat sich sehr viel Zeit genommen und uns umfassend alle meine bzw. unsere Fragen zum Bio-Baumwoll-Anbau beantwortet. Ich danke Ihnen noch mal ganz herzlich für die Vermittlung und für die Offenheit, mit der Sie meiner Anfrage begegnet sind. Mir ist sehr bewusst geworden, was für eine wichtige Arbeit mit solchen Projekten geleistet wird, die nicht nur „schenken“, sondern motivieren und damit, wenn auch in kleinen Schritten, positive Veränderungen für die Menschen und Umwelt schaffen.“