Ein Ruf nach Kopenhagen: Rettet die Welt!

Erde

Mit aufrüttelnden Aktionen, Sternläufen und Unterschriftensammlungen hat sie schon im Vorfeld von sich reden gemacht: die Klimakonferenz in Kopenhagen. Oder HOPEnhagen, wie Oberbürgermeisterin Ritt Bjerregaard ihre Stadt jetzt umbenannte. Viel Hoffnung legen wir alle in dieses Zusammentreffen der höchsten Entscheidungsgremien, die den Klimawandel aufhalten können.

Die Zeit für bloße Worte sei vorbei, sagte UN-Klimachef Yvo de Boer. Und auch der dänische Ministerpräsident Lars Lokke Rasmussen, Gastgeber der Konferenz, mahnte die Staats- und Regierungschefs gestern an, „nicht nur zum Reden, sondern zum Handeln“ nach Kopenhagen gekommen zu sein. Ein guter Startschuss für eine Zusammenkunft dieser Art. Zu viele Termine vorher, die verstrichen sind, ohne das entsprechende Ziele definiert und Umsetzungen festgelegt wurden. Ist inzwischen doch jedem einzelnen klar geworden, wie brisant das Thema weltweit geworden ist? Dass die Natur nicht zu ersetzen ist? Dass wir mit einer globalen Klimaerwärmung nicht leben können?

Selbst unser neuer Bundesumweltminister Norbert Röttgen zeigte sich gestern abend im ZDF optimistisch. Es werde in Kopenhagen keine Absichtserklärung geben, betonte er, sondern konkrete Entscheidungen. Sein Wort in Gottes Ohr – oder wie soll ich dieses Unwohlsein ausdrücken, das sich bei solch großen Worten in meiner Magengrube ausbreitet?

Wir können jetzt wohl nur Daumen drücken und hoffen. Die Unterstützung der vielen im Vorfeld gestarteten Aktivitäten muss jetzt einfach Früchte tragen. Und in der Zwischenzeit machen wir einfach weiter mit allem, was geht: Eben Schritt für Schritt bei uns selbst anfangen. Und im Kleinen verändern, wozu die Großen dieser Welt nicht fähig zu sein scheinen. Aber ab morgen ändert sich das, nicht wahr?!

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Kommentare
  • Susanne ,

    Dein Unwohlsein kommt vielleicht daher, dass Herren wie Rüttgers, Röttgen und Co. sowie Damen wie Aigner, Thoben etc. stets mit gespaltener Zunge sprechen. Bestes Beispiel ist doch der Änderungsantrag zur ersatzlosen Streichung des § 26 des Landesentwicklungsprogramms (nach Absatz 2 dieser Vorschrift ist es für die Energieversorgung in NRW vorgesehen, dass insbesondere einheimische und regenerierbare Energieträger eingestzt werden sollen). Mit diesem Vorhaben wollen CDU und FDP derzeit den Weg für den Bau von elf neuen Kohlekraftwerken in NRW ebenen. Dahinter steckt E.on und die Kohle dazu soll dann auch noch aus Australien importiert werden. Das ist doch großartiger Klimaschutz! Also, da stellt sich bei mir eher vorweihnachtlicher Frust statt Lust aufs Weihnachtsfest ein. Ein kleiner Lichtblick war die sofort gestartete Unterschriftenaktion vom BUND und von Campact. Vielleicht möchtest Du und auch andere Mitarbeiter von hessnatur ebenfalls daran teilnehmen. Infos gibt es jeweils auf deren Internetseite. Oder habt Ihr es schon gewusst und seid bereits aktiv gewesen? Ich bin einfach nur noch empört und wütend über so viel Verlogenheit und ich hoffe, dass jetzt, gerade auch zur Weihnachtszeit endlich mehr und mehr Menschen aufwachen und etwas unternehmen. Das sie sich besinnen, merken und sehen, dass auch ihre Untätigkeit und ihre Lethargie dazu beiträgt, dass sich so wenig positives, nicht nur beim Klimaschutz ereignet. Es gibt ieinfach zu wenig inneres Licht auf dieser Erde. In diesem Sinne wünsche ich Dir und allen anderen einen besinnlichen und lichtvollen dritten Advent.

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  • Susanne ,

    63.000 Menschen haben den Appell „Keine Lex E.on!“ von Campact und dem BUND unterzeichnet, dass ist wahrlich beachtlich. Es zeigt, dass mit Einsatz und den richtigen Worten doch ganz gute Taten vollbracht werden können. Leider hat die schwarz-gelbe Mehrheit es trotzdem geschafft, den Klimaschutz Paragrafen aus dem Gesetz zur Landesentwicklung zu streichen. Das dies während der Klimakonferenz geschieht ist geradezu ein Hohn.
    Ich finde es ehrlich gesagt etwas schade und traurig, dass sich hier niemand von Euch wenigstens kurz mal dazu geäußert hat. Auch wenn es in der Vorweihnachtszeit sicher viel zu tun gibt, wären ein oder zwei Sätze ganz nett gewesen 🙂

    Gruß Susanne

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  • Dagmar Reichardt (hessnatur) ,

    Liebe Susanne,

    ich bin Dir sehr dankbar für Deine Kommentare und die Zahlen. Davon profitieren ja alle Leser unseres Blogs. Ich weiß, wie Dir zumute ist, mir geht es persönlich nicht besser. Einige der 63000 Unterschriften kommen auch von hier. Gestern hatte ich nochmals einen Beitrag geschrieben, vielleicht hast Du ihn gelesen? In mir rebelliert da auch ganz viel. Politik ist eine Sache, an der wir uns von hessnatur am Rande kundtun können. Unser Handlungsspielraum ist in allen Bereichen unserer textilen Kette angesiedelt und hier sind wir sehr aktiv! Kompomisslos und immer in dem inneren Auftrag, auch Vorbild zu sein. Und genau das können wir persönlich in unserem Umfeld auch sein. Dein und mein Weg, sich zu äußern, zu vernetzen und die unglaublichen Missstände einer solchen „Klima-Konferenz“ deutlich auszusprechen, ist auch ein Schritt. Wachmachen, den, der noch schläft. Egal wo wirs tun, das ist die Aufgabe.

    Dir von Herzen Frohe Weihnachten, auch wenn wir uns andere „Geschenke“ unterm Baum erwartet haben.

    Dagmar

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  • Susanne ,

    Liebe Dagmar,

    danke für Deine warmherzigen Zeilen. Natürlich ist mir klar, dass Politik hier nur ein Randthema sein kann. Mir hätte schon ein „Danke für die Info“ gereicht.
    Leider bin ich von sehr vielen Menschen umgeben, die alle lieber wegschauen oder es „nicht glauben“ wollen und leider bin ich vielen Leuten auch zu anstrengend mit meiner Wachrüttelei. Das macht etwas dünnhäutig und man fühlt sich sehr oft mißverstanden. Wir könnten doch alle schon in einer besseren Welt leben ohne Massentierhaltung, Klimakollaps, Pelztierfarmen und was es sonst noch im Namen des Geldes für Quälereien gibt. Umso mehr weiß ich die Arbeit von Hess Natur im Textilbereich zu schätzen, ihr habt wirklich schon eine Menge bewegt, wenn man bedenkt wie zähflüssig sich oft jeder Schritt in diese Richtung umsetzen läßt. Meine Unterstützung habt ihr auch weiterhin.

    Ich wünsche Dir auch von Herzen ein schönes Weihnachtsfest mit lieben Menschen, die Deine Wege mit Dir gehen und Dich weiterhin liebevoll unterstützen.

    Susanne

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