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Wer mich kennt, weiß, dass ich damit sicher Politisches im Sinn habe. Ja, das wäre natürlich eine echt positive Nachricht: weniger schwarze Schafe – und das vor den Wahlen! Eigentlich unmöglich, oder?! Die Wirtschaftskrise hat uns doch mal wieder herdenweise schwarze Schafe zugetrieben. Und was machen wir mit ihnen? Wir lassen sie weiter auf unseren satten Wiesen fressen und schauen dabei auch noch zu.

Es ist eigentlich viel schlimmer. Es geht um Anzeichen des weltweiten Klimawandels: Auf dem schottischen St.-Kilda-Archipel scheint das dunkle Soay-Schaf eine bedrohte Art zu werden. Aufgrund der kühlen Klimaverhältnisse war es für diese Tierart günstiger, mit dunklem Fell größer zu sein. Um die Sonne als Heizung zu nutzen. Die hellen Verwandten waren im Schnitt kleiner, kamen mit weniger Körpervolumen auch irgendwie zurecht. Jetzt verringert sich die Anzahl der schwarzen Tiere und die Größe der noch vorhandenen wird kleiner. Die Forscher rechnen das der globalen Erderwärmung zu. Die Anpassung an kühles Wetter ist hinfällig geworden.

Ein sichtbarer Hinweis, den selbst die Verächter des Klimawandels nicht von der Hand weisen können. Man rechnet übrigens damit, dass sich auch andere dunkelhaarige Tierarten der Nordhalbkugel verändern werden.

Für uns bei hessnatur könnte das langfristig bedeuten, dass natürlich dunkelbraune Schafwolle Seltenheitswert bekommen wird. Wir verarbeiten unsere Naturfasern gerne ungebleicht und ungefärbt, weil so die natürlichen Eigenschaften der Fasern erhalten bleiben. Vielleicht wird es auch irgendwann Auswirkungen auf das Yak haben, das sein Fell gegen bis zu –40°C einsetzt.

Evolution, das Überleben der Stärksten und der am besten Angepassten, scheint vor unseren Augen zu passieren. In einem Zeitraffer! Und (fast) nichts geschieht.

Übrigens: was passiert dann eigentlich mit unseren großen Dunkelhaarigen? … Nein, dafür ist das Thema wirklich zu ernst. Aber wir müssen uns wirklich bewusst machen: nicht nur die Tiere reagieren auf den Klimawandel – wir tun es auch.

PS: Das Foto zeigt übrigens unsere Rhönschafe!