Was hier so futuristisch daherkommt ist ein Paradebeispiel für nachhaltige Architektur: Die Berghütte Monte Rosa ist ganz aus Holz gebaut und mit einer Photovoltaikanlage verkleidet.

Während kurz vor Weihnachten das Geschäft mit den Weihnachtsbäumen brummt, haben die  Menschen kaum Zeit stehen zu bleiben und mal eine Nase voll Tannenduft zu nehmen, geschweige denn kurz darüber nachzudenken, wie schön sie sind, die wichtigsten Klimaretter auf unserem Planeten.

Nicht umsonst haben die Vereinten Nationen das Jahr 2011 zum „Internationalen Jahr der Wälder“ erklärt, was vielen wahrscheinlich entgangen sein wird. Doch nun hat in letzter Minute das Architekturmuseum der TU München in der Pinakothek der Moderne die Ausstellung „Bauen mit Holz – Wege in die Zukunft“ eröffnet, die noch bis zum 5. Februar 2012 zu sehen ist.

Ein Lichtblick, wenn man bedenkt, dass zeitgleich der Klimagipfel in Durbanes nicht schafft, positive Signale zur weltweiten Reduktion der CO2-Emission auszusenden. Nicht nur sind die größten CO2-Schleudern China und die USA nach wie vor nicht dem Kyoto-Protokoll oder einem Folgevertrag beigetreten. Soeben hat sich Kanada vorzeitig aus dem Vertrag veabschiedet, Japan und Russland wollen folgen.

Filigrane Hülle aus Sperrholz

Im Münchner Museum hingegen wird der Besucher von einer Fülle von Eindrücken überrascht. Da ist einmal im gläsernen Windfang des Hauses eine sphärische Form, die aussieht wie eine überdimensionierte Bastelarbeit aus Fischertechnik, bestünden die Bauelemente nicht aus unbehandeltem Holz. Obwohl die filigrane Hülle sich organisch rund im Raum ausdehnt, sind die einzelnen Bauteile aus planem Sperrholz zugeschnitten. Das ist das Werk digitaler Berechnungsmöglichkeiten, die heute zur Verfügung stehen. Der Computer macht’s möglich.

Beim Eintritt in den Ausstellungsraum steht der Besucher dann vor einem riesigen Wurzelballen, hinter dem sich ein 40 Meter langer Fichtenstamm erstreckt, der nach Wald und Weihnachten duftet. 84 Jahre alt war der Baum bei der Fällung. In dieser Zeit hat er rund eine Tonne Kohlendioxid aus der Erdatmosphäre gebunden und im Gegenzug eine Dreiviertel Tonne Sauerstoff freigesetzt, wie der Besucher von Schautafeln an den Wänden erfährt.

Das ist eine Ökobilanz, die Holz als einen der nachhaltigsten Baustoffe überhaupt ausweist. Ein nachwachsender Rohstoff, der zu seiner Entstehung nichts als Sonnenenergie verbraucht. Ein Drittel der Erdoberfläche ist bewaldet, und etwas mehr als ein Drittel der Jahresholzernte in Deutschland würde genügen, das gesamte Neubauvolumen im Land zu decken. Dazu verabschiedet sich der wieder neu entdeckte Baustoff im Eiltempo von seinem Blockhütten und Öko-Folklore-Image. Das zeigen 150 Beispiele in der Ausstellung.

Etwa die Neue Monte Rosa Hütte im schweizerischen Wallis auf 2883 Metern Höhe, die 120 Schlafplätze und ein Restaurant beherbergt. Die futuristische Konstruktion des asymmetrischen Vielflächners ist mit dem Computer berechnet, gebaut wurde sie aus zum Großteil vorgefertigten Holzbauteilen. Verkleidet ist das Gebäude mit Aluminumplatten, die eine Photovoltaikanlage tragen, die das Gebäude weitgehend energieautark macht.

Ein ganz anderes Beispiel für nachhaltige Funktionalität ist das Weingut Pèrez Cruz in Paine, südlich von Santiago de Chile. Die drei Baukörper folgen dem geschwungenen Straßenlauf. Das fliegende Dach liegt auf starken, aber dennoch filigran wirkenden Stützen und sorgt für eine optimale Belüftung. Dazu passt sich die Farbe des Holzes der Radiatakiefer harmonisch in die Umgebung ein.

hessnatur spart 108 Tonnen CO2

Während die Politik beim Klimaschutz derzeit kaum Fortschritte macht, treiben umweltbewusste Firmen, Unternehmer und Privatleute die CO2-Reduktion bereits durch nachhaltige Bauweise voran. Auch hessnatur kann sich in die Liste einreihen. Der Laden in Butzbach, der 2006 eröffnete, ist größtenteils aus Holz aus nachhaltigem Anbau errichtet. 108 Tonnen CO2-Emmission konnten wir dadurch einsparen, wofür wir im Jahr 2009 eine Auszeichnung von der CO2-Bank erhalten haben.

Die Natur liefert uns die besten Lösungen für unsere Probleme, weil wir ein Teil von ihr sind. Daran können wir in diesem Jahr ruhig mal einen Gedanken verschwenden, wenn wir endlich mit unseren Lieben vor dem festlich geschmückten Weihnachtsbaum sitzen.