Baumwolle Burkina Faso

Je weiter wir in Richtung Osten fahren, desto häufiger sehen wir Baumwoll-Felder links und rechts von der Straße. Die Baumwollkapseln sind in den vergangenen Wochen hier in Burkina Faso unter der westafrikanischen Sonne gut gereift. Die Ernte des „weißen Goldes“, wie die Baumwolle hier auch genannt wird, steht an.

Nach meiner letzten Reise im Februar dieses Jahres bin ich jetzt im November wieder hier. Ich möchte mehr erfahren über den Anbau der Bio-Baumwolle und ihre Ernte. Und vor allen Dingen bin ich gespannt auf die Schulkantine im Komadougou, die wir von hessnatur zusammen mit unseren Kundinnen und Kunden unterstützen. Ein Gespräch mit dem Eltern-Komitee der Schule ist geplant, bei dem wir über das Projekt der „Schulspeisung“ sprechen wollen.

Nach zweieinhalb Stunden Fahrt von der Hauptstadt Ouagadougou nach Fada N’Gourma im Osten des Landes geht es weiter über eine schmale Piste zu den hiesigen Bio-Baumwollfeldern. Auf einer Parzelle, die zum Dorf Fuanliedi gehört (hier war ich beim letzten Mal zu Besuch gewesen) und die ungefähr so groß ist wie drei Fußballfelder, treffe ich den Bio-Bauern Ouaba Montadi wieder.

Ouaba MontadiEr freut sich sehr, unser Team wiederzusehen. Mit dabei sind wieder Georg Felber von Helvetas in Burkina Faso, unser Dolmetscher Daouda, Fahrer Samba und Kameramann Hartmut. Ich verstehe zwar kein Gourmantché – das ist der regionale Dialekt, den Ouaba spricht – aber seine leuchtenden Augen, sein fröhliches Lachen und seine positive Art lassen einfach darauf schließen, dass er sich ebenso wie wir über das Wiedersehen freut.

Die diesjährige Ernte, so Ouaba, sei wegen der heftigen Regenfälle in den vergangenen Monaten nicht so gut ausgefallen wie im letzten Jahr. Setzlinge der Baumwollpflanze sind zu Schaden gekommen, und bei „ausgewachsenen“ Pflanzen hat der starke Regen teils die Kapseln verklebt. Was besser geworden sei, sei aber die Qualität der Bio-Baumwolle, erzählt mir Ouaba. Zufrieden ist er dennoch mit der Ernte. Zumal auf den anderen Parzellen im Zuge der Fruchtfolge Bio-Erdnüsse oder Sorghumhirse angebaut wird (eine der wichtigsten Getreidearten in Westafrika). Das stärkt die Ernährungssicherheit der Familien und schafft zusätzliche Einnahmequellen auf den lokalen Märkten.

FouanliediAm frühen Abend verlassen wir die Parzelle und machen uns auf den Weg zum Sammelplatz der Bio-Baumwolle. Hier sind fleißige Hände damit beschäftigt, die Baumwolle grob von Gräsern und Schmutz zu reinigen, bevor sie zur endgültigen Reinigung in die Ginning-Fabrik kommt. Ich habe Fotos von unserer Mission im Februar mitgebracht, die ich an die Bauern verschenke. Auf dem Laptop zeige ich zum Abschluss des Nachmittags den Film, der nach unserer Reise im Frühjahr über die Bio-Bauern von Fuanliedi entstanden ist. Gespannt starrt die Gruppe auf den Bildschirm – als Ouba und seine Frau Thombiano im Bild sind, geht ein Raunen durch die Menge. Leute aus dem Dorf auf einem Computerbildschirm, das hat’s hier noch nicht gegeben.

Ich bin neugierig und will von Ouaba und den anderen Bauern mehr darüber erfahren, wie sie ihre Bio-Baumwolle anbauen, auf was sie achten müssen und wie in der Regenzeit die Pflanzen wachsen. Mehr dazu gibt’s in einem meiner nächsten Blogbeiträge.