Die Entscheidung liegt bei Euch

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Vor kurzem war der Internationale Tag der Kinderrechte. Er erinnert daran, dass am 20. November 1989 191 Mitgliedsstaaten der UNO in Genf die „Konvention über die Rechte des Kindes“ unterschrieben haben. Zehn Jahre später hat die Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen ILO die Konvention 182 „Verbot und Maßnahmen zu Beseitigung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit“ verabschiedet. 174 Staaten haben diese Konvention unterzeichnet.

Die ILO definiert die schlimmsten Formen der Kinderarbeit wie folgt:

– Alle Formen von Sklaverei und sklaverei-ähnlichen, ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen. Dazu gehören auch Kinderhandel und der Einsatz von zwangsrekrutierten Kindersoldaten

– Das Anbieten und das Inanspruchnehmen von Kinderprostitution sowie die Produktion von Kinderpornografie

– Die Verwendung oder das Anbieten von Kindern für illegale Aktivitäten, wie beispielsweise Drogenanbau, -verarbeitung und -schmuggel

– Arbeit, die durch ihr Wesen oder die Umstände die mentale und physische Gesundheit der Kinder aufs Spiel setzt

Vor wenigen Wochen war die Filmemacherin Vanina Kanban bei hessnatur zu Besuch, sie war gerade dabei, ihre Dokumentation „100 % Baumwolle – Afrikas Kindersklaven“ zu drehen. In Westafrika, genauer den Staaten Mali, Burkina Faso und der Elfenbeinküste kommt der Großteil der Baumwolle her, die wir am Körper tragen. Vanina Kanban zeigt in ihrer Doku, dass, wer denkt, er trage reine Naturfasern, folgendes bedenken sollte: In Westafrika werden Kinder unter Sklaverei ähnlichen Umständen dazu gezwungen, bis zu zwölf Stunden am Tag Baumwolle zu pflücken.

Dazu kommt, dass der konventionelle Anbau von Baumwolle hochgiftig ist. Bis zur Ernte werden die Felder bis zu 25 Mal mit Herbiziden und Pestiziden gespritzt. Dem sind die Kinder schutzlos ausgesetzt. Das ist eine Schande. Neben Baumwolle gibt es übrigens einen weiteren wichtigen Rohstoff aus Westafrika: 97 Prozent des in Deutschland verzehrten Kakaos kommt aus Plantagen in Mali, Burkina Faso, Ghana und der Elfenbeinküste. Auch hier werden Kinder systematisch ausgebeutet, das ist schon seit Jahren bekannt, doch geändert hat sich bisher kaum etwas.

Doch warum hat Vanina Kanban für ihre Doku eigentlich hessnatur besucht? Nun, seit 2005 unterstützen wir gemeinsam mit der Schweizer Hilfsorganisation Helvetas ein Anbauprojekt für Biobaumwolle in Burkina Faso in den Dörfern Komadougou und Fuanliedi. In diesem Projekt arbeiten keine Kinder, die gehen zur Schule, was in Burkina Faso nicht so selbstverständlich ist. Seit 2009 unterstützt hessnatur das Schulessen für rund 400 Schüler in dem Ort Komadougou finanziell. Mit dem Geld können die Eltern Lebensmittel auf dem lokalen Markt einkaufen und in der Schulküche zubereiten. Damit ist sichergestellt, dass jedes Kind einmal am Tag eine warme Mahlzeit bekommt. In 2011 konnte das Engagement auf eine zweite Schule in dem Ort Fuanliedi ausgedehnt werden.

Also, bitte, wenn Ihr Kinderarbeit nicht unterstützen wollt, dann achtet darauf, Fairtrade-Kakao und Fairtrade-Schokolade zu kaufen und zertifizierte Biobaumwolle!

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Kommentare
  • Julia ,

    Es ist sehr lobenswert, dass sich Hessnatur so für soziale Projekte engagiert – wir haben deswegen schon einmal bei Ihnen bestellt und hoffen natürlich, dass auch andere Firmen von ihrem Beispiel lernen werden.

    Antworten
  • Yvonne ,

    Für die Rechte der Kinder
    Kinder müssen sowohl vor Kinderarbeit als auch vor gesundheitsgefährdende Kleidung geschützt werden. Schutz in Herstellungsländern und im Verkauf. Zum Wohle der Kinder.
    Es braucht mehr Herstellungsunternehmen wie hessnatur, die konsequent – in der gesamten textilen Kette – sehr hohe Standards umsetzten. Natural und fair.

    „Kleine Monster im Kleiderschrank
    Auch teuer schützt vor Giften nicht – Gefährliche Chemikalien in teurer Kindermode –
    Greenpeace testet Kinderkleidung von zwölf Marken aus 25 Ländern
    Kinderkleidung internationaler Modemarken enthält einer Stichprobe der Umweltschutzorganisation Greenpeace zufolge gefährliche Chemikalien. Bei einem Test von 82 Kleidungsstücken für Kinder von Adidas über Burberry bis Primark fanden die Umweltschützer bei jeder Marke Weichmacher, Nonylphenolethoxylate oder per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC), wie Greenpeace in Hamburg mitteilte. Einige dieser Stoffe seien hormonell wirksam oder krebserregend.“

    http://www.greenpeace.de/themen/chemie/nachrichten/artikel/teure_kleidung_lohnt_sich_nicht/

    Yvonne Zernick

    Antworten
  • Rina ,

    Hoffentlich folgen noch viele andere Unternehmen dem positiven Beispiel von Hess Natur. Leider gibt es auch in vielen anderen Bereichen Kinderarbeit z. B. beim Anbau von Orangen. Es ist sehr bedauerlich, dass für viele Verbraucher nur der Preis ausschlaggebend ist und daher immer mehr Billigprodukte angeboten werden.

    Antworten

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