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Das Wort „vorbeugen“ hat in der Zeit der Klima-Konferenz in Kopenhagen eine völlig neue Bedeutung bekommen. Wie ich vor ein paar Tagen im Radio erfahren durfte, werden Demonstranten, die gegen den Klimawandel und dessen Folgen in großer Zahl in der dänischen Hauptstadt auf die Straße gehen, vorbeugend festgenommen. Zu Hunderten.

Vorbeugend festnehmen – wo bitte finde ich das in Gesetzen und Regelungen wieder? Ist Gefahr im Verzug, wenn ich mein Bürgerrecht wahrnehme und kundtue, was mir am Vorgehen der Mächtigen aller Welt nicht passt? Ich habe natürlich gut reden. Ich sitze hier im warmen Büro, wie so viele, und bin dankbar, dass sich Hunderte auf den Weg gemacht haben, sich dort deutlich zu äußern. Um den Staatsoberhäuptern sichtbar zu machen, wie wichtig die Menschen diese Konferenz nehmen. Und vor allem: Es geht um uns alle! Es muss gehandelt werden. Stattdessen wird vorbeugend unterbunden.

Vorbeugen: Hat das Wort nicht auch ein bisschen was von ver-beugen? Ja, das wünschte ich mir, dass es von diesem benachbarten Begriff etwas abbekäme. Dann würde vorbeugen mit Respekt, Achtung und einer gewissen Demut verbunden sein. Und es würde vielleicht mehr Achtung vor der Botschaft der Demonstranten geben. Wenn sie es denn überhaupt tun, denn es kann ja eigentlich gar nicht dazu kommen. Ein absurder Zustand, oder?!

Mein Wunsch wäre in dieser vorweihnachtlichen Zeit – in der wünschen ja am besten funktionieren sollte –, dass „vorbeugen“ etwas von „hinhören“ bekäme: Hört hin, was die Welt zu sagen hat und handelt.

Ps: von meinem Schreibtischstuhl aus ist das meine Möglichkeit, auf die Konferenz, die Folgen für uns und den Klimawandel aufmerksam zu machen. Wer macht mit? Jeder einzelne von uns ist aufgefordert. Vorbeugend, sozusagen.