Im Durchschnitt dauert es ca. 150 Tage vom Scheren der Fasern bis hin zum fertigen Kleidungsstück. Aus diesem Grund finden wir es interessant, die einzelnen Schritte der textilen Kette noch einmal hintereinander aufzuzeigen, die wir auf unserer Reise verfolgt haben.
1. Aufzucht: Die Aufzucht von Alpakas in Peru reicht bereits 6000 Jahre zurück und wird bis heute von Hunderttausenden von Familien, in den Weiten der peruanischen Anden zwischen 3- und 5 tausend Metern betrieben.

2. Scheren: Die Alpakas weden einmal im Jahr zwischen November und März geschoren und produzieren durchschnittlich 5 Pfund Fasern. Auf tausenden von Jahrmärkten verkaufen die Bauern die Wolle an interessierte Händler.

3. Die Auswahl: Die Auswahl der Alpakafasern ist der Selektionsprozess der Fasern entsprechend ihrer Feinheit und Farbe. Die Auswahl wird per Hand von Frauen vorgenommen, die diesen Beruf über Generationen erlernt haben. In ein und demselben Fell eines einzelnen Alpakas gibt es unterschiedliche Faserqualitäten, wie Royal, Baby, Finca, Superfine, Huarizo, Guesa oder gemischt.

4. Entborstung: Dies ist der Prozess, durch den man die dicken Haare von den feinen Fasern trennt. Enthält eine Textilanfertigung Borsten von mehr als 30 Mikrometern, entsteht der Eindruck des Juckens, was Unwohlsein und Hautirritation hervorruft.

5. Waschen: Der Waschprozess beseitigt überschüssiges Fett, Erde, sowie pflanzliche Verunreinigungen der Alpakafasern, bevor die Verarbeitung zu Fäden beginnt.

6. Krempel: Durch das Krempel werden bestimmte Verunreinigungen, sehr dicke Fasern, sowie kurze Büschel entfernt und die Fasern werden der Länge nach geordnet, um die Strähne zu bilden.

7. Kämmen: Die Faser geht dann durch die Kämme. Dadurch werden Verunreinigungen, wie kurze Fasern und Knoten der Faser beseitigt. Die Faser verwandelt sich dann in Bänder, die sich in Formen aufrollen, die sogenannten Tops. Von den Tops können dann die verschiedenen Typen der Fäden hergestellt werden.

8. Färben: Um die Alpakafaser in veraschiedene Farben einzufärben, kann man ausschließlich die weiße Faser benutzen. Darum ist die große Mehrheit der Alpakas in Peru (80%) weiß. Neben den Garnen können auch fertige Stoffstücke gefärbt werden.

9. Spinnen: Durch den Streckungsprozess und das Drehen werden die Strähnen dünner und verwandeln sich in Fäden. Dort wird ein von Verunreinigungen und Knoten freier Faden erlangt. Die Fäden können zu 100% aus Alpakafasern bestehen. Auch kann man sie mit anderen Materialien verbinden.

10. Stick- Häkelstoffe: Durch Handhäkeln, Handstricken oder durch die Maschine werden Verflechtungen erreicht, die schließlich ein Netz bilden.

11. Gewebte Stoffe: Das flache Gewebe kann mit Hilfe von Handwebstühlen oder mit mechanischen Webstühlen hergestellt werden. In beiden Fällen beruht das Prinzip auf dem Verflechten von Längs- und Querfäden.

12. Herstellung: Es ist der Prozess, durch den sich die Stoffrollen in Kleidungsstücke verwandeln. Nach dem Zuschnitt werden die Teile zusammengenäht, gebügelt, die Etiketten eingenäht und verpackt.