Der Cellulite-Krieg

Kaum geht der Winter zur Neige und der Frühling schickt seine ersten Vorboten in Form von wärmenden Sonnenstrahlen und Vogelgezwitscher, ereilt uns von allen Seiten die Botschaft “Kampf der Cellulite!!!“

Begleitet von Bikini-Models deren Form, wenn überhaupt, nur 10% aller Frauen jemals erreichen werden, beginnt ein Kriegsgeheul, das uns annehmen lässt, unser eigener weniger „wohlgeformter“ Körper sei unser ärgster Feind und unsere Haut eine leblose Hülle, wie die Karosserie eines Autos: „Weg mit den Dellen!“

Und jedes Jahr aufs Neue ärgere ich mich darüber, dass alle genannten Weisheiten zu diesem Thema so an der Oberfläche bleiben, wie zum Beispiel: „Denn die Cellulite hat ja verschiedene Ursachen: zu viel Fett, das durch die Hautoberfläche drückt, zu schwaches und falsch angeordnetes Bindegewebe und gelegentlich  geschädigte Gefäße, die ausgeweitet sind und zusätzlich Flüssigkeit ins Gewebe pressen.“(Brigitte 7/09)
Was allerdings dafür wiederum die Ursachen sind, wird in diesem Artikel nicht näher erläutert.

Neben glättenden meist schadstoffhaltigen Cremes und Gelen sind der Trend in diesem Jahr Behandlungen mit Hightech-Geräten. Und da bei deren Anwendung viel falsch gemacht werden kann, wird empfohlen, man sollte ausschließlich zu Ärzten gehen. Doch auch das könnte riskant sein, denn die Studien zu Wirkungen und Nebenwirkungen fehlen größtenteils noch. (Wie bitte???)
Nun denn, die Ärzte können dann ja, weil der Fettabtransport meist nicht so funktioniert wie gewünscht, wenigstens Erste Hilfe leisten, bei eventuell auftretenden Leber- oder Nierenkollapsen. Praktisch, oder?

Als „Wunderwaffen“ werden uns also Mittelchen und Geräte angepriesen, die beim genaueren Hinterfragen unter Umständen sogar einen ordentlichen Beitrag zur Entstehung des eigentlichen Problems leisten. Wunderbar, so entsteht ein dauerhaft profitabler Handel!

Ich möchte das Thema Cellulite nun mal aus einer ganzheitlichen Perspektive heraus betrachten: Wenn wir uns unseren Körper als einen Mikrokosmos vorstellen, wäre unsere Haut mit der alles umhüllenden Ozonschicht zu vergleichen. Und das Bindegewebe wäre dann die Atmosphäre, bzw. der alle Organe und Bereiche verbindende Raum dazwischen.
Im Bindegewebe lagern sich also alle Stoffe ab, die bei den im Körper stattfindenden Stoffwechselvorgängen nicht verwertet werden können und übrig bleiben, wie Fette und Schadstoffe z. B. aus Essen, Kosmetikprodukten, Textilien etc. Es wird sozusagen zu unserer Müllhalde und verändert sich je nach Schweregrad der Verunreinigung.

So ist ganz schnell nachvollziehbar, dass es nicht ausreicht den Müll einfach zuzudecken (glättende Cremes) oder gar in großen Mengen in die sowieso schon überlasteten oder schlecht funktionierenden Müllverwertungen (Leber und Niere) zu karren.
Nein, am besten ist es doch, zunächst mal dafür zu sorgen, dass so wenig wie möglich Müll entsteht. Wenn das jedoch nicht zu verhindern ist, sollten wir uns bemühen, die Verwertungssysteme gut anzukurbeln, die diesen entsorgen. Das mit ausreichend Bewegung (verdrängt wegen Muskelbildung das Fett etc. aus dem Gewebe und regt allgemein den Stoffwechsel an) und/oder unterstützenden Kräutern und Elixieren (wirken entgiftend), die dafür sorgen, dass die Schlacken auf natürlichem Weg ausgeschieden werden können, auch nicht zu vergessen: viel Trinken!

Erst dann macht es Sinn die Haut zu bearbeiten, denn nun sind die Voraussetzungen geschaffen, dass die von außen ausgelösten Prozesse auch im inneren die gewünschte Wirkung erzielen oder unterstützen können.

Es sollte also nicht darum gehen einen Mangelzustand, manchmal sogar mit brachialer Gewalt, von außen zu „bekämpfen“. Vielmehr sollten wir doch die Zeichen unserer Haut, als Spiegel des Inneren unseres Körpers, aufmerksam wahrnehmen und versuchen mit natürlichen Mitteln wieder ein Gleichgewicht herzustellen. Nur so kann nachhaltig ein wirklich gesundes Hautbild entstehen.

Naturkosmetikprodukte führen wir übrigens in unseren Läden.

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Kommentare
  • Dagmar(hessnatur) ,

    Danke, Frau Otte, das ist wieder mal ein spannendes Thema aus Ihrer Feder! Spannend vor allem, wenn es ganzeitlich angegangen wird, da haben Sie völlig recht. Die Ernährung steht eindeutig im Vordergrund. Ein wichtiger Begriff, über den jede/r selbst auch philosophieren kann: Stagnation. Im Frühjahr kommt man aus diesem Stadium der Unbeweglichkeit und des Stillstands wieder heraus, die Natur macht es uns kraftvoll vor. Alles, was jetzt hilft, die Körpersäfte in Bewegung zu bringen, auszuleiten und zu entschlacken, ist da hilfreich. Auch im Äußeren: ausmisten, entstauben, lüften – eben inneren und äußeren Frühjahrsputz halten und in Bewegung kommen.

    In unserem allzu schnellen Leben hören wir den Ruf der Natur nicht mehr so, wie es Generationen vor uns noch taten. Sie orientierten sich viel stärker am Kreislauf des natürlichen Lebens. Bärlauch, Brennnessel, der Saft der Birke, Löwenzahn – alles Unterstützer beim Entwässern und Reinigen, die uns jetzt die Natur schenkt. Da freuen sich Leber, Galle und Niere.
    Was im Übrigen auch gut tut: sich immer wieder mit sich selbst beschäftigen und sich selbst wertschätzen lernen. Entgegen uniformierter DIN-Schönheiten, die uns aus allen Medien entgegenlächeln, besticht doch im wirklichen Leben Authentizität und eine Persönlichkeit, die in ihrer Mitte ruht.

    Antworten
  • Bettina Fornoff ,

    Als Heilpraktikerin kann ich Ihnen zu diesem Thema nur zustimmen. Wie leichtgläubig und vertrauensselig lassen sich viele Menschen immer noch für kostspielige, völlig unwirksame, oft sogar gesundheitsschädliche Behandlungen und Mittelchen überreden, nur weil sie werbewirksam angepriesen werden. Warum wird hier nicht mehr hinterfragt? Und warum achtet kaum einer auf die Inhaltsstoffe seiner Kosmetik- und Pflegeprodukte? Denn was hilft uns eine gesunde Ernährung mit einwandfreien Bio-Produkten, wenn wir uns hinterher Lotions und Cremes auf die Haut schmieren, die jede Menge Chemie und Giftstoffe enthalten. Von den, in der Werbung versprochenen, angeblichen Wunderwirkungen will ich hier gar nicht erst sprechen.

    Ihren Vergleich mit dem Mikrokosmos finde ich wunderbar, Frau Otte. Und jeder, der sich auch nur kurz damit auseinandersetzt muss einfach einsehen, dass man den ungeliebten Cellulite-Dellen lediglich von innen begegnen kann. Mit Entschlackung, Entgiftung, vielleicht mit einer Heilfastenkur und viel Bewegung an der frischen Luft. Frühjahrsputz ist angesagt – Bindegewebe, Lunge, Leber und Niere, der ganze Organismus, sollte im Reinigungsprozess unterstützt werden. Die Natur macht es vor und bietet uns viele Möglichkeiten dazu. Auch mit dem Bemühen um gesunde Ernährung, Kleidung und Lebensweise können wir es kaum vermeiden, dass sich Toxine im Körper ansammeln und unsere „Müllhalde“ anwachsen lassen. Deshalb ist es gerade im Frühjahr so wichtig seinem Körper Hilfestellungen zur Reinigung anzubieten. Dabei verschwindet nicht nur die Cellulite, sozusagen als Zusatzbonus fühlt man sich außerdem danach vollgepumpt mit neuer Energie und frischem Schwung. Man muß dafür nicht viel Geld hinblättern, wie für die teuren Cellulite-Creme’s und Behandlungen mit High-Tech-Geräten, dass man sich aber wertschätzend und liebevoll mit sich und seinem Körper beschäftigt ist unabdingbar.

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  • Angelika Graham-Rau ,

    Hallo Frau Otte,

    herzlichen Dank für diesen sehr interessanten Artikel. Es gefällt mir sehr gut, dass Sie kritisch zu den Veröffentlichungen in den Frauenzeitungen Stellung nehmen. Eigentlich erwarte ich von den Artikeln in Frauenzeitungen, dass sie Frau objektiv aufklären und informieren und nicht zur Promotion neuer Produkte genutzt werden.
    Ihnen nochmals herzlichen Dank!
    So viel Frau über die herkömmliche Kosmetik lesen und erfahren kann, so wenig kann sie sich über die Naturkosmetik informieren. (Wenn sie keine Fachfrau ist)
    Was mir fehlt, ist eine kompetente, aufrichtige Beratung. Welche Produkte passen zu mir, mit welcher Farbe kann ich meine Haare färben, etc..
    Ich lebe auf dem Land und in der der nächstgrößeren Stadt gibt es sogar einen Biosupermarkt und mehrere kleine Bioläden. Aber ich werde in der Regel dort nicht so beraten, dass ich mit den gekauften Produkten dann auch zufrieden bin. (Was nicht an den Produkten liegen muss.)
    Ich wünsche mir z.B. ein Portal im Netz, in dem Frau sich beraten lassen kann und dann gerne auch dort die Produkte erwirbt.
    Abschliessend eine Frage: Kann man bei Hess Natur auch Körperpflegeprodukte bestellen?

    Antworten
  • Undine ,

    Hallo Frau Graham-Rau,

    wenn Sie Beratung zum Thema Naturkosmetik suchen, dann sehen Sie sich doch mal http://www.naturalbeauty.de an. Das ist ein Info-Portal mehrerer Naturkosmetik-Hersteller mit Beratung. Vielleicht werden dort auch Ihre Fragen beantwortet. Ich habe ja das große Glück, in nicht allzu großer Entfernung einen guten Naturkosmetikladen zu haben (in Berlin), in dem ich bislang immer sehr gut beraten wurde.
    Einen Naturfriseur habe ich über http://www.culumnatura.at gefunden.

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