Jetzt wird es aber Zeit, dass der Frühling endlich kommt und es wärmer wird. Mein Bedürfnis nach frischen Farben und frischer Luft wächst. Die Winterpullis und selbst meinen geliebten Alpaka-Mantel kann ich nicht mehr sehen. Er und alle anderen Wintersachen müssen jetzt für das nächste halbe Jahr aus meinem Sichtfeld verschwinden. Die Winterkleidung hat jetzt Sommerpause.

Aber ich weiß jetzt schon, dass ich auch im nächsten Winter viele meiner Sachen wieder gerne tragen werde und den Schock, dass die Motten sich an meiner schönen hessnatur Wollbekleidung satt gegessen haben – den möchte ich mir doch ersparen.

Was kann man also tun gegen die kleine Biester, die übrigens den wunderschönen Namen Tineola bisselliella (Kleidermotte) haben und zur Gattung der Schmetterlinge zählen?

In der Wintersaison trage ich überwiegend Bekleidung aus Schur-, oder Merinowolle, Kaschmir, Alpaka und deren Mischungen. Diese Fasern halten mich schön warm und ich finde sie auch deshalb praktisch, da man diese Pullis nicht so häufig waschen muss. Bei richtig feuchtem Wetter einfach über Nacht raushängen und der Pulli ist wie neu, riecht herrlich und man spart Energie.

Bevor ich meine Wollsachen für den Sommer „einmotte“, wird natürlich trotzdem alles gewaschen, denn die Tiere mögen Schweiß und Schmutz. Den Schrank, in dem ich die Wintersachen deponiere, öle ich mit Arvenöl ein, packe jeden Pulli in eine Haushaltsmülltüte (die ich dann später noch als Mülltüte weiterverwenden kann) und stecke auch da noch ein Wattebällchen, getränkt mit Lavendel- oder Arvenöl, dazu. Das riecht ein bißchen streng, aber damit habe ich eigentlich gute Erfahrungen gemacht.

Weniger geruchsintensiv ist die Mottenbox-Klebefalle; die geruchlos mit natürlichen Lockstoffen die männlichen Motten anzieht. Aber auch Neem-Öl mit dem Wirkstoff Azadirachtin kann man einsetzen. Und bewegen muss man die Kleidungsstücke häufiger, damit die Motten keine Ruhe finden, obwohl ich das in der Regel dann vergesse.

Aber das sind natürlich alles nur vorbeugende Maßnahmen, wirkliche Sicherheit bieten nur Kühlräume, aber wer hat die schon zu Hause?

Wenn die Motten aber doch mal aufgetaucht sind, habe ich auch schon mal ein Teil für vier Wochen in den Gefrierschrank gelegt, wenn es ein für mich wertvolles Kleidungsstück war. Birka Schenk, Mitarbeiterin bei Innovation & Ökologie und u.a. für die Schulungen unserer Mitarbeiter verantwortlich, empfiehlt außerdem wiederholten Wechsel von Kälte unter -5°C und Wärme. Das tötet die Tiere ab, aber auch Sonnenlicht schädigt die Eier der Motten.

Ansonsten hilft nur Entsorgen und Recyclen der stark befallenen Teile. Ich filze die „angefressenen“ Pullis und kann die Stoffe dann z.B. für kleine Taschen oder zum Basteln verwenden. Aber lieber ist mir natürlich eine mottenfreie Zone in meinen Schränken.

Also dann viel Erfolg bei der Mottenvertreibung und eine schöne Frühjahrszeit.