Nun ja, bitte keine hoffnungsvollen Erwartungen. Der Titel meines heutigen Blogs ist das einzig Lustige für heute. Also besser: „Schluss mit lustig“.

Hatten die Bio-Bauern früher das Problem, dass in der Nachbarschaft Pestizide gespritzt wurden und sie ihre Ernte vor diesen Giftwolken schützen mussten, kommt heute ein neues tückisches Problem dazu. GMO, gen-manipulierte Organismen. Was viel nicht wissen: nicht nur bei Soja, Mais, Kartoffeln etc. wird die DNA manipuliert. Auch bei Baumwolle. Und hier in wohl viel größerem Ausmaß. In Indien wird inzwischen ein Großteil der konventionelle Baumwolle mit diesen GMO-Saaten angebaut.

Und leider auch in Afrika. Monsanto – das Unternehmen vertreibt entsprechendes Saatgut – hat eine wie ich finde sehr ausgebuffte Strategie, seine genmanipulierten Saaten an die Bauern zu bringen. Nicht nur, dass Monsanto massiv in die Schöpfung eingreift, um sich Patente an der Natur zu sichern. Sie beuten meiner Meinung nach auch die sowieso schon armen Bauern extrem aus. Bis zu 27 Mal teurer ist das GMO-Saatgut. Das wird dann mit abstrusen Versprechen verkauft.

Leidtragende sind aber auch die Bio-Bauern. Die wollen in ihrer Bio-Baumwolle natürlich keine GMO-Fasern wiederfinden. Quasi Kross-Kontamination. Über diese Problematik habe ich mit Georg Felber, dem Projektleiter von Helvetas, auch gesprochen. Er hat mir erklärt, dass man den Mindestabstand zu den konventionellen Nachbarfeldern auf immerhin 100 Metern erweitert hat. Trotzdem lauert natürlich auch noch an weiteren Stellen die Gefahr der Verunreinigung. Zum Beispiel in der Ginnerei, der Entkernungsanlage, oder in der Spinnerei.

GMO ist in Bio-Baumwolle ist natürlich verboten. Was ich fordere (und führe), ist die Diskussion über eine „quantitative Toleranz“. D.h., wie viele GMO-Saaten/DNA´s dürften noch in Bio-Baumwolle nachweisbar sein? Und das zweite Problem: Sie können das gar nicht so ohne weiteres messen. Eine quantitative Analytik ist heute noch eine große Herausforderung. Ich rede darüber seit längerem mit Instituten und Verbänden  Mal schauen.

Geredet also auch mit Georg Felber, vor Ort in Burkina Faso. Habe mir die aufwändigen Kontrollen und Vorsichtsmaßnahmen erläutern lassen, die die Berater und Institute durchführen. GMO-Tests der Saaten (wie im Bild zu sehen, das in einem Labor vor Ort entstanden ist), saubere Trennung in der Ginnerei, Beratung, Aufklärung der Bauern. Leider wird die Herausforderung für die Bio-Bauern in Burkina Faso immer größer, da der Anteil der GMO-Aussaaten in dem Land dramatisch gestiegen ist. Nach meinen Informationen liegt der Anteil inzwischen bei fast 90 %. Übrig geblieben sind also nur noch unsere tapferen Bio-Bauern. Quasi das gallische Dorf …

Kaum war ich wieder in Frankfurt gelandet, traf ich bei hessnatur eine Fernsehredakteurin. Der konnte der „Erklärbär“ Heimann das dann alles direkt n die Kamera erzählen. Wäre schön, wenn mehr drüber gesprochen wird!