CSR in St. Gallen

Es gibt Fragen, die sollte man besser nicht stellen. Als ich den Schweizer Schaffner fragte, wie es sich denn bei Zugverspätungen in der Schweiz verhält, muss ich ihn direkt reanimieren. Ok, der Zug war ein EC und hatte schon von Deutschland kommend in Basel 50 Minuten Verspätung.

Das nur mal so vorweg. Ich war auf dem Weg nach St. Gallen. In der dortigen Uni (die „Wiege der Unternehmensethik“)  lief eine hochspannende Tagung zum Thema CSR.  Für mich sehr interessant, da hier der Spannungsbogen zwischen Wissenschaft und Praxis geschlagen wurde. Aber auch, weil es sich um eine branchenübergreifende CSR-Tagung handelte. In der Textilbranche wird CSR ja häufig mit Einhaltung und Umsetzung von Kernarbeitsnormen in den (Näh-)Produktionsbetrieben gleichgesetzt. Bei Corporate Social Responsibility sollte social allerdings mit gesellschaftlich übersetzt werden.

Und um gesellschaftlich-unternehmerische Verantwortung ging es dann auch in St Gallen. Gelernt habe ich von der Vorstellung einer neuen Scorecard-Analyse (Public Value Scorecard -> von compliance to commitment ). Eine neue Methodik zur unternehmerischen Entscheidungsfindung unter Einbeziehung von CSR Aspekten, aber auf recht unkonventionelle, stark vereinfachte Weise. Entwickelt von Prof. Dr. Meynhardt und Dr. Stefanie Gey. Wurde sehr kontrovers diskutiert.

Fasziniert haben mich auch neue Ansätze von „ Corporate Volunteering“, sprich: Wie können sich Mitarbeiter für das Allgemeinwohl einsetzen? Es macht ja keinen Sinn, wenn Bänker in Südamerika Hütten bauen (ist ja tolldreist lebensgefährlich – oder wollten Sie darin nächtigen?). Aber die Herren könnten sich z.B. in der Schuldnerberatung nützlich machen (gut für die Bodenhaftung). Also, es geht nicht immer nur um Geld, sondern auch um Geben von Zeit, logistischen Ressourcen, um Geben von Kompetenz usw. Am Samstag haben wir dann diskutiert, was CSR eigentlich im Kerngeschäft bedeutet. Ich hatte dazu die Gelegenheit, das hessnatur-Modell vorzustellen. War gut in der Schweiz. Zurück habe ich die Schweizer Bahn-Pünktlichkeit genossen.

Dann wollte ich am Sonntag ausruhen. Wegen des Streiks am Frankfurter Flughafen ging’s dann aber schon direkt weiter nach Istanbul zu einem Workshop mit unseren türkischen Lieferanten. CSR praktisch halt. Das können Sie auch hier in unserem Blog nachlesen.

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