Verdammt kalt hier. Viele Menschen laufen am Abend mit einer dicken Jacke und Wollmütze herum. „Hier“ meint Bobo Dioulasso, im Westen vom Burkina Faso. Tagsüber steigt das Thermometer locker auf über 35 Grad Celsius und nachts ist es noch über 20 Grad warm. Soviel zu unterschiedlicher Wahrnehmung.

In Burkina Faso ist mal wieder Baumwollernte. Vorgestern waren wir in einem Dorf, um vor Ort die Ernte zu sehen. In dem Dorf leben Familien, die nur Bio-Anbau betreiben. Es wird auch immer wichtiger, Bio- von konventionellen Anbaumethoden von einander zu trennen.

Wir sind dann raus auf ein Baumwollfeld, auf dem eine Dame mit ihren vier Töchtern und Schwiegertöchtern am Ernten war. Die Frau ist eine beeindruckende Persönlichkeit. Auf ihre strahlende, selbstbewusste Art beschrieb sie uns ihren harten Arbeitsalltag, der um 5:00 Uhr Morgens beginnt und erst mit der Dunkelheit endet (Ich habe höchsten Respekt vor der harten Feldarbeit bei 35 Grad Im Schatten – und auf dem Feld ist kein Schatten). Ihre Arbeit ist noch härter geworden, seit dem ihr Esel verendet ist.

Abends, zurück im Hotel, haben wir dann spontan „ zusammen geworfen“, um ihr einen Zuschuss für ein neues Tier  zu geben. Ich werde Ihnen über den Fortgang berichten.

Ein richtig großes Problem sind die GMO (genmanipulierte Organismen) im Baumwoll-Anbau. Burkina Faso ist, wie ich in einem früheren Blog beschrieben habe, in Windeseile von den Monsanto-GMO-Saaten überschwemmt worden. Und für die Biobauern wird es immer schwieriger, sich abzugrenzen.

Leider ist dieses Jahr die Bio-Baumwollernte hier in Burkina Faso viel niedriger ausgefallen als geplant. Das hat sicherlich viele Gründe. Einer war aber, dass einfach zu wenig GMO-freie Saaten zur Verfügung standen. Wieder so ein Fakt, der belegt, dass GMO anderen nur Probleme bereitet. Wahrscheinlich wird mittelfristig eh nur Monsanto der strahlende Gewinner bei diesem Spiel sein.

In den letzten Jahren konnte die Nachfrage nach Organic Cotton aus Burkina Faso gut bedient werden. Heute sieht die Situation ganz anders aus. Nach der Erholung von der Finanzkrise ist die Nachfrage nach Baumwolle rasant gestiegen. Und so der Preis. Zwischendurch war die Nachfrage so groß, dass auch der Bio-Markt leergefegt wurde. Jetzt will also jeder Baumwolle haben – und dummerweise sind jetzt nicht genügend Fasern vorhanden. Es muss also aufgeteilt werden.

Im nächsten Jahr soll erheblich mehr angebaut werden. Das wäre natürlich schön. Ich hoffe, dass es genügend Saaten etc. gibt.