Bio und Fairtrade

Zur Zeit scheint in der Schweiz eine spezielle Entwicklung erkennbar zu werden: Bio „verdrängt“ Fairtrade.

Durch die immer höher werdende Schadstoffbelastung unseres Lebensraumes nehmen auch Allergien sprunghaft zu. Das führt offenbar dazu, dass immer mehr Konsumenten darauf achten, nicht nur die Lebensmittel, sondern auch die Kleidung möglichst schadstofffrei, also Bio, einzukaufen.

Discounter wollen auch am „Biokuchen“ teilhaben und lassen so genannte „Bio – Billigware“ produzieren. Dies ergibt einen höheren Kaufmarkt gegenüber einem kleineren Produktionsmarkt. Im Jahre 2008 war in der Schweiz der Zuwachs von Fairtrade gehandelter Ware nur noch 3,1 %, weltweit 22 %.

Obwohl wir weltweit immer noch den höchsten Fairtrade-Pro-Kopf-Konsum haben, stimmt dies bedenklich. Erfreulich ist, dass Grossbritannien und die USA stark aufholen. Weltweit wurde im letzten Jahr knapp 3 Milliarden Euro Fairtrade-Umsatz generiert.

Ein Bio-Label scheint zur Zeit einen stärkeren Kaufreiz zu haben als die Zusicherung, respektvoll mit den produzierenden Bauern umzugehen und dafür zu sorgen, dass diese ein vernünftiges Auskommen haben, ohne ihre Kinder zur Arbeit schicken zu müssen. Unser gemeinsames Projekt des Anbaus von Bio-Baumwolle in Burkina Faso, das wir zusammen mit der Schweizer Entwicklungshilfe-Organisation Helvetas betreiben und bei dem wir 20 % Bio- als auch 20 % Fairtrade-Prämie zusätzlich zum afrikanischen Baumwollpreis zahlen, hat da Vorbildcharakter.

Mein Standpunkt: Auf Bio muss nicht, auf Fairtrade darf nicht verzichtet werden, damit wir mit offenem Blick den Menschen in den produzierenden Ländern begegnen können. Es sollte für uns selbstverständlich sein, dass wir mit Respekt einkaufen, nach dem Motto: lieber weniger, dafür fair – und bio!

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Kommentare
  • Markus ,

    Sehr guter Beitrag Christian,

    ein Lob von mir 🙂

    Ich sehe in letzter Zeit auch immer öfters Öko-Textilien in Bio-Discountern zu absoluten Spottpreisen….Männer T-Shirt für 8 € oder so….die Preise können ja nur durch Ausbeutung entstanden sein 🙁

    Lg
    Markus

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  • Tobias Meier ,

    Ich weiss nicht, wie man zur Folgerung „Bio verdrängt Fairtrade“ kommen kann, wenn beide Segmente weiterhin wachsen. Das Wachstum bei Fairtrade in der Schweiz hat sich verlangsamt, aber wie es im Text steht, die Schweizer sind Weltmeister im Konsum von Fairtrade-Produkten. Mit 21.90 Euro pro Person im Vergleich zum Beispiel Deutschland mit 2.60 Euro pro Person. In der Schweiz ist der Konsum um 4% gewachsen, in Deutschland um 50%. Umgerechnet auf den Umsatz pro Person ergibt das in beiden Fällen ein Wachstum von 0.85 Euro.
    Die Antwort ist eher: Bio + Fair gehören zusammen, wie es auch Markus schreibt. Hier ist Hess Natur ja ein Vorbild und ich möchte mich auf diesem Weg bei Hess Natur für ihr langfristiges Engagement für fairen Handel mit Bio-Baumollbauern in Burkina Faso bedanken. Weiter so. Wir wollen noch mehr Bio und noch mehr Fairtrade.
    LG
    Tobias von Helvetas

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  • Thomas ,

    Also ich kann überhaupt nicht behaupten, auf Deutschland bezogen, dass es hier Marktverdrängung gibt, im Gegenteil es sind beide Sparten sehr ausgewogen, egal ob Fair Trade oder Bio, es ist beides gut. Ich finde, es sollte, wie es meine beiden Vorredner auch schreiben, mehr Bioprodukte mit Fairtrade Hintergrund geben, am besten dann wenn mehr Fair Trade Produkte vertrieben werden als wie es momentan noch ist. Fair Trade ist leider noch ziemlich unbekannt.
    Gruß,
    Thomas

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  • Nicole ,

    Ich finde Artikel dieser Art doch eher suboptimal. Der Kunde ist verwirrt und verirrt sich im Labeldschungel. Ein branchenfremder Journalist, der nur schnell auf das Thema blickt und etwas dazu schreiben will, bringt oft auch Einiges durcheinander. Da sollten Sie schon fundierter schreiben. Muß ja nicht so oft sein, wenn die Zeit nicht reicht. Ihr Unternehmen verfolgt eine klare Linie in der Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards für die Produkte, dann sollte sich dies auch in der Kommunikation abbilden. Hess Natur würde ich gerne als Green Fashion Authority sehen.

    Die Artikel in diesem Blog sind voll des Lobes für Ihre eigene Arbeit. Darüber würde ich mich noch mehr freuen, wenn Sie diese Vorteile genauer aufzeigen.

    Sie haben ja schon berichtet, wie sich das Leben der Bauern verändert hat durch die Mitgliedschaft in einem Helvetas Projekt. Darüber lese ich gerne noch mehr. Lassen sich auch Veränderungen für die ArbeiterInnen in den weiteren Produktionsstufen feststellen? Wie oft fahren Sie zu Kontrollen in die Türkei? Wie lange bleiben Sie dort? Wie viel Zeit verbringen Sie in einem einzelnen Betrieb? Wie lange braucht man, um einen guten Eindruck zu bekommen?

    Mich interessieren auch die Vorteile für den Käufer. Ich hab mal gehört, dass sich die Herrenhemden jetzt leichter bügeln lassen. Für diese Bügelleichtigkeit greifen andere Hersteller auf Formaldehyd zurück und „verschmutzen“ damit die Biobaumwolle, weil man davon ausgeht, dass niemand ein Knitterhemd kaufen bzw bügeln will. Wenn man das jetzt anders machen kann, würde ich gerne mehr darüber erfahren. Wer entwickelt solche Alternativen? Wie lange dauert das? Ist es viel teurer? Womit wird der Stoff ausgerüstet – wenn das kein Betriebsgeheimnis ist?

    Auch über die Herstellung der Wachsjacke würde ich gerne mehr erfahren. Die sehe ich schon seit einigen Jahren im Sortiment. Soweit ich weiß, sind Goretexjacken sehr umweltschädlich und liegen noch länger auf dem Müllberg als Babywindeln, bis sie endlich mal verrotten. Da ist so eine Wachsjacke eine prima Alternative. Aber ist die genauso wind- und wasserdicht? Gibt es einen langjährigen Träger (Fahrradfahrer nicht Autofahrer) unter Ihren KollegInnen, die/der darüber berichten kann? Was passiert, wenn ich die Jacke in die Waschmaschine packe? Geht das Wachs ab? Bleiben davon Flecken auf der Jacke? Kann ich dann nachwachsen, wie bei Fjällräven?

    Ich lese, dass die Schuhe chromfrei gegerbt sind. Hört sich gesund an. Aber die gleiche Frage: sind sie dann auch wasserdicht? Oder hat das nichts miteinander zu tun?

    Kinderkleidung soll immer mehr aussehen wie Kleidung für Erwachsene. Ansonsten wird sie von modebewußten Müttern nicht gekauft, erzählte mir ein Naturtextilhersteller. Ein Shirt mit Lokomotive für einen zweijährigen Eisenbahnfan habe ich vergeblich gesucht. Als ich dem Zwerg beim Klettern zuschaute zeigte sich, dass er nicht auf die Holzlokomotive klettern konnte, weil die Jeans nur eine minimale Anwinkelung des Beines zuliessen. Welche Linie verfolgen Ihre Designer? Freiheit für Kinderbeine oder trendy aussehen für Mutti?

    Beiträge über Ihre tagtägliche Arbeit an der Kollektion lese ich mit großem Interesse. Sie haben über die Bio-Baumwollspitzen-Dessous berichtet und über die Yakwolle. Gerne würde ich mehr Artikel dieser Art lesen.

    Mehr, konkretere und frühere Infos zur Fashionweek hätten mich auch erfreut. Was machen Sie dort? Wie viele Leute sind unterwegs? Was sind Ihre Aufgaben vor Ort?

    Zudem interessieren mich „Sendung mit der Maus“ – Beiträge: Wie kommt die Kleidung so knitterfrei in den Karton? Wie groß ist ihr Lager? Warum sieht man der Kleidung nicht an, dass sie zuvor schon von einem andern Kunden anprobiert wurde? Wie werden Retouren bearbeitet? Wer macht das? Arbeiten diese Leute schon lange bei Hess Natur? Und das gerne?

    Vielleicht wollen Sie uns auch mal die Leute aus dem Call-Center vorstellen?

    Sie haben über den Blumenschmuck am Empfang berichtet und über die Verteilung von Weihnachtsgeschenken als Anti-Korruptionsprogramm. Durch solche Besonderheiten unterscheiden Sie sich von anderen Unternehmen und ich freue mich über jeden Bericht. Erzählen Sie doch bitte mehr davon.

    Ich hab ja immer viele Fragen, aber, wie sind denn die Pläne des Blog-Teams? Haben Sie eine Themenliste?

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  • Kirsten Vollmer ,

    Ich kann alle diese Fragen nur noch einmal schreiben. Vielleicht gibt es Ihrerseits ja auch glaubhafte Antworten.
    Herzlich
    Kirsten Vollmer

    Antworten
  • Michael Krause (hessnatur) ,

    Hallo Nicole,

    was die Pflege unserer Wachsjacke angeht, so bestätigen unsere Kunden die recht einfache Pflege!

    Die Wachsjacke wurde mit rein biologischen Wachsen beschichtet und entspricht dem höchsten ökologischen Standart. Aufgrund der biologischen Wachsausrüstung ist die Jacke nicht waschbar und auch nicht für die chemische Reinigung geeignet.

    Kleineren Verschmutzungen – sozusagen „auf eineM Fleck“ – an der Jacke können mit einem weichen Schwamm und reichlich nicht ganz kaltem Wasser (kalte Dusche ist möglich) und einer milden Seife oder etwas „Spüli“ vorsichtig ausgewaschen werden.

    Mit Panamarindenreiniger haben wir auch sehr gute Erfahrungen bei der Fleckentfernung gemacht. Um das Material nicht aufzurauen, sollte eine starke „mechanische“ Beanspruchung beim Reinigen vermieden werden.

    Wenn es um die Reinigung der Cordbesätze geht: die ist einfacher, da der Baumwollstoff unempfindlich ist und ebenso mit Wasser und Seife gereinigt werden kann.

    Speziell für unsere Wachsjacke bieten wir eine Nachimprägnierung aus biologischen Wachsen an. Die Anwendung ist unproblematisch und so kann die Beschichtung „aufgefrischt“ werden. Für die Reinigung des Innenfutters der Jacke aus Schurwolle reicht regelmäßiges Lüften an der frischen Luft aus.

    Viele Grüße, Michael!

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