Zwanzig Jahre lang hat sie jeden Schritt von hessnatur in der Schweiz begleitet. Das 20-jährige Jubiläum ist auch ihr persönliches Jubliäum im Betrieb. Sie hat alles gesehen, den ersten Laden in Aarwangen bei Hannah Zimmerli im Haus, den Umzug nach Langenthal. Sie hat jedem Kollegen, der jemals mitgearbeitet hat, die Hand gegeben und kennt alle Anekdoten im Zusammenhang mit der Firmengeschichte. Doch es ist nicht so, dass man die oft von Yvonne Wälchli zu hören bekommen würde. „Ich rede nicht so gerne. Ich bin eher ein Zahlenmensch“, sagt sie und schmunzelt. Sie hat kräftige und taillenlange blonde Haare. Nur die grauen Schläfen, wenn sie denn mal unter dem dichten Deckhaar hervorblitzen, verraten, dass sich zu ihrem warmen Lächeln auch einige Jahre Lebenserfahrung gesellen.

„Ich werde nächstes Jahr sechzig“,  sagt sie mit ihrem langsamen, weichen Schweizer Akzent, und es hört sich fast so an, als staune sie selbst darüber. Ziemlich spontan kann sie sein. „Du willst zur Frau Zimmerli rüber? Komm, da fahren wir eben jetzt hin.“ Ihr schwarzes Peugeot-Cabrio ist bis zur halben Höhe ringsherum wie in eine Schlammkruste getaucht. Es hatte im Frühjahr wochenlang geregnet. „Und ich muss ja zu meinen Bienen“, sagt die Hobby-Imkerin mit ihrem verschmitzten Lächeln. Sie steckt noch rasch Zubehör, das sie für die Bienen braucht, in den Kofferraum und zaubert gleichzeitig für ihren Fahrgast noch ein Glas mit duftendem Honig aus dem Vorjahr hervor.

Bei offenem Verdeck fährt es sich recht lauschig durch das Berner Land von hessnatur in Langenthal nach Aarwangen, wo die erste Vermieterin von hessnatur lebt. Unterwegs wird Yvonne Wälchli doch gesprächig. Drei Kinder hat sie im Alter von 38, 35 und 32 Jahren. Sie ist ursprünglich Tiefbauzeichnerin gewesen und ihr Mann ist Architekt. Zu hessnatur kam sie auf Anfrage. Sie war mit ihrem Mann und gemeinsamen Freunden segeln, da hat der ehemalige Büroleiter sie angesprochen, ob sie nicht mitmachen möchte. „Ich habe mir die Postleitzahl angeguckt und gesagt, das ist nicht weit weg von mir. Dabei war es am Ende der Welt!“ Yvonne Wälchli lacht ihr warmes Lachen. So kam es, dass sie 1993 in Aarwangen bei hessnatur anfing. Gerade biegt sie in die Straße ein, wo der alte Laden ist, und wo wir auf Hannah Zimmerli treffen, die Frau Wälchli begrüßt wie ein Familienmitglied.

„Ich habe Yvonne als eine stille Arbeiterin kennengelernt“, erzählt Christian Peter, der seit neun Jahren Leiter der Schweizer Kundenbetreuung von hessnatur ist. Sie ist aber auch eine spannende und kreative Frau.“ Er ist fasziniert von der  Bienenzucht, ihrer Liebe zum Yoga – dafür und zum Fasten war sie jüngst auf Rügen – und von ihrer Sportlichkeit. Ach ja, und dann arbeitet sie ja auch für hessnatur: Da ist sie für die Debitoren- und Kreditorenbuchhaltung zuständig.

Doch jetzt muss Yvonne Wälchli wieder zurück an ihren Schreibtisch, sie muss heute pünktlich mit der Arbeit fertig werden. „Ich kriege heute noch eine Bienenkönigin. Ich bin schon sehr gespannt.“ Bis dahin wird sie ihre Aufgaben bei hessnatur erledigen – fleißig wie eine Biene.