Es macht mich fast wütend, dass wir einen „Weltumwelttag“ brauchen, ganz ehrlich. Die UNO hat das ganze Jahr 2010 zum Jahr der biologischen Vielfalt erkoren.  Jeden Tag sollten wir drüber schreiben. Jeden Tag etwas tun, was eine Art erhält. Was meint Ihr dazu?

Herr Heimann hat uns gerade erst einen Einblick in die Welt des Vormarsches der GMO-Baumwolle gegeben:  Ohnmachtsgefühle könnten da aufkommen. Täglich hören wir über das Ölbohrloch im Golf vor der mexikanischen Küste,  das täglich Unmengen an Öl ins Meer verströmt. Die Vorstellung, wieviele Tiere in dieser katastrophalen Ölverschmutzung täglich umkommen – darüber kann ich mir gar keine Vorstellung machen. Es ist unerträglich, was da gerade passiert.

Und trotz dieses Ohnmachtsgefühls möchte ich dennoch aufrufen, weiter am Erhalt der Arten und der Erde mit zu tun. Mit jeder Entscheidung, die wir täglich fällen, wenn wir im Supermarkt ins Regal greifen, können wir Veränderung, Rücksichtnahme und ein anderes Wirtschaften unterstützen.

Die Vollversammlung der Vereinten Nationen möchte mit dem IJB die Bedeutung der biologischen Vielfalt sowie die Folgen ihres Verlustes – auch für das menschliche Wohlergehen und die globale wirtschaftliche Entwicklung – stärker in das politische und öffentliche Bewusstsein rücken.“ Gleichzeitig wird über Sparmaßnahmen, sogar schon im Bildungsbereich gesprochen. Da gehört das Thema für mich hin: in die Schulen. Es gibt einige Einrichtungen, denen es wichtig ist, den Kindern ganz entscheidende Dinge zu vermitteln. Und dazu gehört ein guter Biologie- und Naturkundeunterricht dazu.

Eine Freundin von mir hat bei Spaziergängen immer Wildblumensamen in der Tasche, teilweise auch Selbstgezogene. Die lässt sie dann gern mal am Wegrand fallen. Auch eine Möglichkeit, die Vielfalt wieder zu erhöhen.

Bei der Verarbeitung von Naturfasern achten wir in allen Schritten der Textilen Kette auf den Verzicht von Giftstoffen. So sind z.B. zweistufige Kläranlagen bei uns Voraussetzung, wenn gefärbt wird. Es ist also auch in wirtschaftlichen Kreisläufen Rücksicht auf die Natur möglich. Es muss nur getan werden. Auch fernab von Welt-Tagen oder einfordernden Gesetzen. Ich plädiere wieder für mehr Menschenverstand.

Euch allen einen schönen Welt-Umwelt-Tag am Samstag. Schreibt mal, was Ihr mit ihm angefangen habt. Und grüßt mir die Wald-Ameise im Vorbeigehen!