“Amerika??… Die sind doch gar nicht öko“

Kennt Ihr dieses Vorurteil? Ich beschäftige mich nun seit ca. 3 Jahren mit unserem Markteintritt in den USA und ich muss sagen, dass ich recht häufig mit diesem Statement konfrontiert werde.

Ich würde lügen, wenn ich diesen Gedanken, bei unseren ersten Überlegungen diesen Schritt zu gehen, nicht auch gehabt hätte. Das Bild der Wegwerf- und „McDonalds-Gesellschaft“ schwebt ja vielen Menschen vor Augen.

Doch wurde ich recht schnell vom Gegenteil überzeugt. Neben den prominenten Vorboten wie Al Gore, Leonardo di Caprio, George Clooney oder auch Julia Roberts gibt es eine stetig wachsende, eine noch kleine Gemeinschaft von Vordenkern, welche sich aktiv mit den Themen Umwelt, Gesundheit sowie Nachhaltigkeit auseinander- als auch einsetzt.

Auch die Begeisterung welche uns, bezüglich unserer Unternehmens-Geschichte oder auch unseres Tuns und Handelns entgegen gebracht wird, ist einfach gigantisch. Ich erinnere mich noch sehr gut an meinen ersten Trip in die USA: Portland war unser Ziel, wo wir Gespräche mit einem artverwandten Unternehmen hinsichtlich einer Kooperation führen wollten. Der Firmengründer erzählte uns stolz von dem Einsatz von Recycling-Materialien bei der Errichtung des Firmen-Gebäudes und dass er sich vor kurzem einen Toyota-Prius angeschafft habe.

Seine größte Begeisterung entfachte er aber nachdem wir unser Unternehmen mit der 30-jährigen Erfahrung in der textilen Kette vorgestellt hatten. Diese Erfahrung, Respekt und Begeisterung  für unsere Ideale zu spüren, ermutigt mich tagtäglich, den Weg weiter zu gehen.

Vor allem stärkt uns dabei unser Ziel, dass Interesse an nachhaltiger, fairer Kleidung zu steigern und in die Welt zu bringen, weiter mit voller Kraft zu verfolgen. Gerade in diesem Markt, der mitten in einem Umbruch steckt und Nachhaltigkeit zur Chefsache macht, finden wir einen guten Boden, um unsere Botschaften zu säen und die Menschen für einen Wandel zu begeistern.

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Kommentare
  • Christian (hessnatur) ,

    Als Mitarbeiter und USA Urlauber kann ich Gernots Eindruck bestätigen. Es gibt sicherlich viel Nachholbedarf, aber die USA setzen sehr schnell um. In Kalifornien gibt es viele Prius. Und die Trucks gibt es im Sonderangebot. Hier ein Foto aus dem Privatalbum, aufgenommen in Newport an der Westküste von Los Angeles: http://img80.imageshack.us/my.php?image=smartpickuphq6.jpg
    Auch wenn der Smart gerne Werbewirksam mit Mercedes Stern verkauft wird, zeigt es doch den Wandel.

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  • Florian (Zukunftsreport) ,

    Eine Eigenschaft der amerikanischen Mentalität darf man auch nicht vergessen. Anders wie Deutschland ist man in Amerika wesentlich offener für neue Dinge (auch im Umweltbereich) und zweitens auch viel begeisterungsfähiger. Hier in Deutschland heißt es ja immer nur: „geht nicht“, „glaub´ ich nicht“, etc. Das sind zumindest unsere Erfahrungen.

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  • Tanja ,

    Seit den 80ern steht für mich ökologisches Denken ganz oben…Je nach Lebenssituation habe ich mich in den letzten 20 Jahren mal mehr,mal weniger eingebracht.3 Monate im Jahr verbringe ich in Nordamerika,und nachdem ich dieses Jahr wiederkam,hatte sich mein Weltbild nocheinmal verschoben.Der Wille ist da…die Begeisterung ist mitreißend!Die Buchläden sind voll mit Büchern,wie man sein Leben umweltfreundlich gestalten kann,Billboard rufen zum recyclen auf…alles ist „green“ oder „organic“…Kleidung,Kosmetik,Lebensmittel!Aber…wie schon im MTV-Spot zu hören ist“You don t have to be green to be green“…es ist eine Welle….auf der man surft…und ich hoffe,dass sie nicht so schnell bricht.
    Als Al Gore vor ein paar Jahren mit Auszeichnungen für seinen Film überschüttet wurde,standen die Promis im Puplikum auf um zu Gott für die Kraft zu beten,diesen Planeten zu retten…Ich denke ,der Glaube an die eigenen Fähigkeiten ist noch nicht ausgereift.

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  • Gernot Mickel (hessnatur) ,

    Hi! Vielen Dank für Eure Message

    @Florian: Das mit der Begeisterungsfähigkeit stimme ich Dir absolut zu. Doch damit alleine ist es leider nicht geschehen. Es besteht noch jeder Menge Aufklärungsarbeit der wir uns gerne stellen und somit auch das Bewusstsein sowie das Handeln der Menschen verändern.

    @Tanja: „You don´t have to be green to be green“ Ja, ein Vorurteil, welches ich jetzt schon oft durch die Medien hab geistern sehen. Gerade die aufkommende Gruppe der LOHAS wird häufig mit diesem Attribut belegt. Für uns heißt das, dass wir die Menschen für unsere Kleidung begeistern wollen, Sie aber auch mitnehmen, Sie aufklären und ermutigen, Ihre eigenen Fähigkeiten für eine nachhaltige Lebensweise einzusetzen. Die Welle sollte zur Bewegung werden!

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  • Tanja Calce ,

    LOHAS,also Leute mit größerem Einkommen,die durch Ihr ökologisch korrektes Konsumverhalten ein Umdenken in der Industrie zu erzwingen versuchen,werden zu Unrecht kritisiert.Es ist wohl wahr,dass der Versuch,einfach mal mit weniger auszukommen,der Schlüssel zum Leben im Einklang mit der Natur sein kann…und dass die sogenannten Lohas ihren Kaufrausch nur auf einer anderen Ebene ausleben..aber Schuld ist wieder mal die Industrie…So wie sich „Erdal „heute „Frosch“nennt,und mit dem grünen Stempel plötzlich den Markt einnimmt..Die Menschen werden in die Irre geführt…und es ist wirklich sehr schwer sich da zurecht zu finden.Wenn ich heute mit einer neuen Jacke von Hess Natur bei Freunden auftauche,ernte ich immer noch Kopfschütteln:“Ach meinst Du,damit änderst Du was-meinst Du die machen das anders als alle anderen?“Ich hab mir dieses Jahr von drüben das Buch „Gorgously Green“ von Sophie Uliano mitgebracht:Eine „Super“-LOHA..die schamlos ihre Kaufsucht zelebriert,das einem ganz schwindelig wird!Aber so sind die Amerikaner..was sie machen,das machen sie richtig..mit ganzer Hingabe und ohne Rücksicht auf Verluste..nicht unbedingt schlecht! Außerdem hab ich mir…eigentlich nur,weil es lediglich 3 Dollar gekostet hat,das Buch einer anderen SUPER-LOHA mitgebracht..nämlich Madonna:In Ihrem Kinderbuch“Lotsa Di Casha“lernt man eine Menge über Demut und die Freude am Teilen.Eine weitere Eigenschaft der Amerikaner fiehl mir einmal mehr bei diesen beiden Büchern auf:Sie sind unglaublich explizit..man braucht nicht zwischen den Zeilen zu interpertiern-etwas wozu wir uns hier oft zu vornehm sind! Daher ist es für die Menschen dort auch viel einfacher,sich mit Themen wie Umweltschutz oder „Fair Trade“auseinanderzusetzen…Dikutieren tut jeder mit jedem..und nicht wie bei uns,wo man sich hauptsächlich mit Menschen auseinandersetzt,die sowieso schon unserer Meinung sind!Ich sehe Hess Natur genau so:Ich kann meine Kauflust ausleben…und gleichzeitig mit anderen Teilen,nämlich mit den Menschen,die meine Kleidung hergestellt haben…bin wohl auch ne Super-Loha..;o)

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  • Gernot Mickel (hessnatur) ,

    Hi Tanja!
    Ich sehe, wir brauchen noch mehr von Deiner Sorte 🙂 Wir sollten den Begriff Super-Loha mal bei den Trend- sowie Marktforschern ins Gespräch bringen. Ich konsumiere auch gerne und wenn ich dabei noch einen Beitrag für eine nachhaltigere Konsumwelt leisten kann, ist das doch super! Neben dem, dass es doch einfach schön ist, anders zu sein 🙂

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  • Noel Klein-Reesink (hessnatur) ,

    …noch eine kleine Spitzfindigkeit: Der Begriff „LOHAS“ wird eigentlich, so merkwürdig es sich anhört, immer als LOHAS also mit dem „S“ am Ende verwendet: Die Übersetzung ist ja „Lifestyles of HEalth and Sustainability“ und wird auch für Einzelpersonen genutzt.

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  • Tanja Calce ,

    aaaaaaw..c´mon…mein Duden hat s noch nicht aufgeführt;o)))))

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  • Yvonne ,

    Amerika, Umweltpolitik sowie die Erschließung des Marktes bei einer Finanzkrise passt auf den ersten Blick nicht zusammen. Die Vorstellung das Marktprognosen/Marktanalysen das hergeben, liegt fern. Aber gerade diese Krise ruft einen tiefgreifenden Wandel hervor und bietet Chancen für Neuerungen und Bewusstseinsveränderungen.
    Dank Vorboten wie Al Gore und der Gemeinschaft von Vordenkern die sich für Umweltpolitik – Nachhaltigkeit einsetzen, findet ein Umdenken statt. Wie z.B. bei der Nutzung erneuerbarer Energien. Zudem erklärte Barack Obama heute einen Neuanfang in der Umwelt- und Energiepolitik (http://www.n-tv.de/1091792.html). „We can!“ – wird nicht gleich alles verändern können, aber ein richtiger entscheidender Schritt zum Wandel ist getan. Und die amerikanische Begeisterung wird dazu beitragen.
    Daher ist es richtig und wichtig diesen Zeitpunkt zu nutzen, gegen Vorurteile zu kämpfen um das Interesse an nachhaltiger, fairer Kleidung zu verbreiten und zu steigern.

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  • Gernot Mickel (hessnatur) ,

    Hi Yvonne!
    Ja, dass ist absolut richtig. Wir sehen den Wandel auch als Chance, denn die Menschen werden für den bewussteren Umgang mit Ressourcen sensibilisiert und gerade jetzt ist es wichtig, dass wir uns auch mit nachhaltig, fairer Kleidung präsentieren. Aus meiner Sicht gibt es einen Aufklärungsprozess: Es beginnt mit Food findet seinen Fortgang in der Kosmetik, Bekleidung etc….. Doch die Revolution geht weiter, ein Umdenken findet statt und es gibt deutliche Indikatoren, auch in diesem Bereich. Wir leisten unseren Beitrag!

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