Unser nächstes Ziel war eine Schule für behinderte Kinder, wo wir Alois Kennerknecht kennenlernten, der sich stark für die Nachhaltigkeitsentwicklung Limas engagiert. Er war unser Guide für die alternative Stadtrundfahrt, die uns durch ärmere Viertel der Stadt führte.

Immer wieder machten wir Halt an bunten Märkten und Handwerksbetrieben. Es war toll zu sehen, wie hinter kleinen Türen moderne Möbel entstehen und deutlich wird, wie die Menschen ihren Lebensunterhalt sichern. Auf der anderen Seite kam ein Mann auf uns zu, der dachte, wir wären ein Fernsehteam. Er machte uns auf die Probleme in seinem Stadtteil, wie die unregelmäßige Müllentsorgung, aufmerksam. Gleich neben den Müllansammlungen wurde ein großer moderner Supermarkt gebaut. Diese Gegensätze waren an mehreren Ecken erkennbar und zeigen, wie durch die schnelle Entwicklung Limas einige für uns selbstverständliche Standards auf der Strecke bleiben.

Den ganzen Tag über haben wir immer wieder Gespräche darüber geführt, wie man Armut eigentlich definiert und wie wir das Gesehene einordnen sollen. Uns ist sehr bewusst geworden, dass es einfach unterschiedliche Lebensentwürfe gibt. Die Menschen dort waren uns gegenüber sehr offen und freundlich und wir denken, dass es überheblich wäre, ohne genaueres Hinsehen zu glauben, dass es ihnen schlechter geht als uns.

Wir waren in einem kleinen Kindergarten und bewunderten die gemeinschaftliche Zusammenarbeit der Menschen. Sie arbeiten hart daran, ihren Stadtteil weiter zu entwickeln und kommen so nach und nach zu einem Wasseranschluss, Strom und einer verbesserten Infrastruktur. Ein Projekt, das ihnen dabei hilft, sind die sogenannten Nebelfänger. Durch engmaschige Netze wird die Feuchtigkeit aufgefangen und durch Wasserleitungen zu den Häusern transportiert.

Es war toll, Lima aus dieser Perspektive gesehen zu haben, die Kontraste dieser großen Stadt und die Herzlichkeit ihrer Menschen.

Danke dafür!