Oswin Veith: „hessnatur ist ein Aushängeschild für die Wetterau.“

Bei seinem Besuch des hessischen Pioniers für nachhaltige Mode, hessnatur, informierte sich der Wetterauer Bundestagsabgeordnete Oswin Veith (CDU) über die strategische Ausrichtung sowie die aktuellen Entwicklungsprojekte des Butzbacher Unternehmens, das in diesem Jahr sein 40jähriges Jubiläum feiert. Besonders interessiert zeigte sich Veith an zwei vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung geförderte Initiativen in Indien und Bangladesch.

„Wir freuen uns, mit Oswin Veith einen Mandatsträger begrüßen zu dürfen, der die Entwicklung des Unternehmens schon seit vielen Jahren begleitet und in seiner Zeit als Bürgermeister von Butzbach wertvolle Hilfe beim Bau des ersten Stores geleistet hat“, sagte Geschäftsführer Vivek Batra, der den Bundestagsabgeordneten in Empfang nahm. Im Gespräch mit Veith erläuterte er den Anspruch der Marke hessnatur, Ethik und Ästhetik zu verbinden und mit jedem Kleidungsstück die Welt zu verändern: „hessnatur zeigt seit 40 Jahren, dass die Produktion nach strengen sozialen und ökologischen Standards möglich ist. Die Zeit ist reif, auch modisch den gestiegenen Erwartungen vieler Kunden gerecht zu werden.“

Bei einem Rundgang durch das Ladengeschäft stellte Vivek Batra seinem Gast die neue Kollektion des Unternehmens vor und erklärte Herkunft und Qualität der verwendeten Materialien. Dabei stellte Veith immer wieder begeistert fest, dass sich gute Bio-Qualität auch gut anfühlt. Der Spezialist für Öko-Mode bietet seinen Kunden rund 800 Artikel pro Saison an, die unter sozialgerechten Bedingungen aus überwiegend natürlich angebauten Fasern, wie Baumwolle,  Seide, Yak, Hessen-Leinen,  Hanf, Alpaka- und Rhönschaf-Wolle,  hergestellt werden.

„Das Beispiel hessnatur zeigt, dass von mittelständischen Unternehmen wichtige Impulse für eine Branche ausgehen. Mit der Beteiligung am Bündnis für nachhaltige Textilien oder mit der Gründung der hessnatur Stiftung für angewandte Nachhaltigkeit unterstreicht hessnatur seine Vorbildfunktion gegenüber konventionellen Textilanbietern“, sagte Veith. Mit der neuen Kollektion und der fühlbaren Qualität des Produktangebots habe hessnatur alle Chancen, weitere Kunden für das Unternehmen zu gewinnen.

Zur strategischen Ausrichtung des Spezialisten für Naturmode sagte Batra, der über exzellente Erfahrungen in der internationalen Textilbranche verfügt und nach mehreren Jahren im Beirat des Unternehmens im März dessen Leitung übernommen hat: „Mit der Verpflichtung von Tanja Hellmuth als Kreativdirektorin hat hessnatur in 2015 die Weichen für eine neue Verbindung von Mode mit Nachhaltigkeit gestellt“. Überdies habe hessnatur mit der Einführung neuer Warenwirtschaftssysteme und dem Auf- und Ausbau des Onlinegeschäftes, für das seit 2013 Geschäftsführer Philipp Spangenberg zuständig ist, das Unternehmen zukunftsgerecht aufgestellt. Auch seien weitere Verkaufsläden in Berlin und anderen deutschen Großstädten geplant.

Nach einer Führung von Logistik-Leiter Lothar Seum durch die Versandabteilung sprach Veith mit Kristin Heckmann (Leiterin Corporate Responsibility) und Sven Bergmann (Unternehmenskommunikation) über das vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mit 200.000 Euro geförderte „Jeans-Projekt“ von hessnatur in Bangladesch. Zu den Zielen des Projekts gehören der Aufbau einer dezentralen Produktion, die Reaktivierung und Optimierung von traditionellen Web- und Färbeverfahren zur Herstellung qualitativ hochwertiger und ökologisch nachhaltiger Jeansstoffe sowie die langfristige Schaffung von Arbeitsplätzen in Rangpur, einem der am wenigsten entwickelten Gebiete Bangladeschs. Dort wird nach dem Ausspinnen der Bio-Baumwolle das Garn mit blauer Farbe, die aus lokal angebauten Indigo-Pflanzen gewonnen wird, auf natürliche Weise gefärbt und anschließend auf Handwebstühlen zu einem Denim verwebt. Die Qualifizierung der Arbeitskräfte erfolgt durch Schulungseinheiten und Gruppenworkshops sowie den Einsatz von Managementsystemen zur Sicherstellung internationalen Sozial- und Umweltstandards.

Veith würdigte das vielfältige Engagement von hessnatur in den ärmeren Ländern dieser Welt. Durch den Aufbau von nachhaltigen Produktionsstätten und die Schaffung von Arbeitsplätzen zu fairen Bedingungen trage das Unternehmen dazu bei, den dort lebenden Menschen eine Zukunftsperspektive zu geben. Dies sei auch im Hinblick auf die Bekämpfung der Fluchtursache Armut von großer entwicklungspolitischer Bedeutung.

Abschließend folgte Veith der Einladung der Geschäftsführung in die bio-zertifizierte Kantine von hessnatur, in der rund 370 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter täglich mit frischem und gesundem Essen versorgt werden. Dort konnte er zu seiner Freude Chefkoch Thomas Wolf begrüßen, dessen Kochkünste er bereits als Bürgermeister von Butzbach als Mittagstisch für die Mitarbeiter ins Rathaus holte.


Butzbach / Berlin - 27. Mai 2016