Lesung: Margot Unbescheid, Erste-Hilfe-Ratgeber Alzheimer

Der Arbeitskreis Demenz Wetterau e.V., die Stadt Butzbach und hessnatur laden am Donnerstag, dem 27. April 2017, zur Lesung mit Margot Unbescheid ein. Die Autorin berichtet von Ihren persönlichen Erfahrungen zum Thema Demenz und stellt ihr Buch „Alzheimer. Das Erste-Hilfe-Buch“ vor. Der Ratgeber erscheint bereits in der 3. Auflage. Die Schrift bietet einen schonungslosen Blick auf die Veränderungen des Alltags, die sich infolge der Krankheit ergeben sowie viele praktische Hilfestellungen für Betroffene. Die Veranstaltung steht jedem Interessierten offen und beginnt am 27. April 2017, um 19:00 Uhr, mit einem Sektempfang in der hessnatur Bio-Kantine, Marie-Curie-Straße 7. Der Eintritt beträgt fünf Euro. Der Erlös der Veranstaltung kommt vollständig dem Arbeitskreis Demenz zugute. „Die Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist für jedes Unternehmen ein Schlüssel zum Erfolg. Dabei sind nicht nur die innerbetrieblichen Abläufe, sondern das Arbeitsumfeld und die persönliche Lebenssituation der Beschäftigten von großer Bedeutung. Gerne leisten wir einen Beitrag, das Thema Alzheimer, über das man ungerne spricht, in einer breiteren Öffentlichkeit zur Diskussion zu stellen“, sagt Vivek Batra, Vorsitzender Geschäftsführer hessnatur. „Demenz ist ein Thema, das immer mehr Familien und Angehörige betrifft. Deshalb freue ich mich über jedes ehrenamtliche Engagement, die engagierte Mitarbeit in den Beratungsstellen der Wetterau sowie den Einsatz von Unternehmen, die ihren Mitarbeitern den Rücken stärken“, sagt Michael Merle, Bürgermeister der Stadt Butzbach. „Die Ausfälle seines Gehirns machten meinem Vater solche Angst, dass er sich mit der Kraft eines Ertrinkenden an uns klammerte“, erzählt Margot Unbescheid. „Aber wir wussten doch auch nicht wie uns geschah und fanden so schnell niemanden, an den wir uns hätten klammern können“.

Herausforderung Alzheimer

Nicht nur in Deutschland werden die Menschen älter. Hinzu kommt, dass nach Schule und Ausbildung die Phase der Familiengründung tendenziell später, wenn überhaupt erfolgt. Außerdem ist die Berufstätigkeit von Frauen zur Norm geworden. All diese Faktoren kommen ins Spiel, wenn Angehörige mit der Diagnose Demenz konfrontiert werden. In Deutschland leben rund 1,6 Millionen Menschen mit der Diagnose Demenz. Betroffen sind vor allem Menschen über 60 Jahren. Jährlich sind etwa 300.000 Neuerkrankungen zu verzeichnen (Quelle: Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.). Alzheimer ist weltweit die häufigste Demenzform. Nach Veränderungen und dem Verlust von Nervenzellen im Gehirn leiden Menschen an Vergesslichkeit, Sprachstörungen oder Einschränkungen des Denk- und Urteilsvermögens. In der Folge sind Patienten immer häufiger auf die Unterstützung und Pflege im Alltag angewiesen.

Engagement für Beruf und Pflege

Der nachhaltige Ansatz von hessnatur mit den drei Säulen Ökologie, Ökonomie und Soziales spiegelt sich auch in der Personalpolitik des Unternehmens. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und der Einsatz für ein familienfreundliches Umfeld sind elementarer Bestandteil der Unternehmenskultur. Flexible Arbeitszeiten und das Angebot der Arbeit von Zuhause, aus dem „Home Office“, bieten den Mitarbeitern Freiräume, Beruf und Familie aufeinander abzustimmen. 2014 hat hessnatur die Charta „Pflege und Beruf“ unterzeichnet. Drei geschulte Pflegeguides sind im Unternehmen Ansprechpartner für betroffenen Mitarbeiter und bringen ihren Informationsstand zu Beratungsangeboten und über die gesetzlichen Rahmenbedingungen ins Unternehmen ein: z.B. auch auf den regelmäßigen Betriebsversammlungen. Rund 80 Prozent der Beschäftigten sind Frauen, der Altersdurchschnitt liegt bei 42 Jahren. Nach einer aktuellen Untersuchung sind neun von zehn pflegenden Angehörigen Frauen (Quelle: DAK-Pflegereport 2015).

Margot Unbescheid

Margot Unbescheid war nach einer Ausbildung zur Bankkauffrau und einem Studium der Literatur und Philosophie viele Jahre als freie Mitarbeiterin für Hörfunk, TV, Filmproduktionen und Fachzeitschriften tätig. Dabei befasste sie sich häufig mit organisatorischen Fragen und immer wieder auch kreativen Herausforderungen. Nachdem ihr Vater vor 16 Jahren erkrankte unterstützte sie ihre Mutter bei der Pflege und beschäftigte sich seit dieser Zeit mit dem Thema Demenz.

Bildunterschrift v.l.n.r.:

Regina Schröder (Arbeitskreis Demenz), Juan Diaz (Betriebsrat hessnatur), Vivek Batra (Vors. Geschäftsführer hessnatur), Heidi Gombert (Stadt Butzbach), Michael Merle (Bürgermeister Butzbach), Alexandra Puchta (Personal hessnatur), Margarete Peil (Heilpraktikerin), Christa Wirsing (Arbeitskreis Demenz)


Butzbach - 13. April 2017