hessnatur Sozialbericht dokumentiert Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen in der Textilproduktion

Als erstes deutsc2015 Sozialberichthes Unternehmen zehn Jahre Mitglied der internationalen Fair Wear Foundation

hessnatur feiert seine zehnjährige Mitgliedschaft in der Fair Wear Foundation (FWF) und legt den jüngsten Sozialbericht vor. Die Dokumentation zeigt den aktuellen Stand der Zusammenarbeit mit der internationalen Multisteakeholder Organisation und listet Projekte zu Verbesserung der sozialen Standards bei Lieferanten auf. hessnatur arbeitet im Geschäftsjahr 2014/2015 mit 97 Lieferanten und 132 Konfektionsbetrieben in 28 Ländern zusammen. Eine grundlegende Veränderung beim Management der Sozialstandards bedeutet die Einführung der elektronischen Plattform Osca. Das neue IT-System erlaubt das Management und die Auswertung der Sozialstandards in den Produktionsbetrieben in Echtzeit. Bei hessnatur ist die Umsetzung der sozialen Anforderungen fest in die Unternehmensabläufe eingebunden. Kernelemente sind die Lieferantenpolicy, das Monitoringsystem zur Sicherstellung der Sozialstandards, Schulungen wie das Workers Education Programm sowie Betriebskontrollen vor Ort. In den vergangenen Jahren haben sich immer mehr Unternehmen in Deutschland dem Beispiel von hessnatur angeschlossen. Durch den Erfahrungsaustausch und im Einzelfall abgestimmtes Handeln gelingt es, größere Erfolge zu erzielen, als dies für ein Unternehmen allein möglich wäre. „Unsere Mitgliedschaft in der Fair Wear Foundation ist seit zehn Jahren Kernelement unseres nachhaltigen Engagements und ein Riesenerfolg. Wir freuen uns, dass weitere Unternehmen aus Deutschland unserem Beispiel gefolgt sind und wir gemeinsam eine starke Allianz zur Verbesserung der sozialen Standards bilden“, sagt Marc Sommer, Vorsitzender Geschäftsführer hessnatur. „Inzwischen begreifen immer mehr Unternehmen, dass Verbesserungen der Arbeitsverhältnisse entscheidend für den Geschäftserfolg sind.“ Heute engagieren sich bereits 18 deutsche Mitglieder in der FWF und tauschen sich über die Zusammenarbeit zur Verbesserung der sozialen Standards entlang der gesamten textilen Wertschöpfungskette aus.

Der Sozialbericht zum Download:

http://de.hessnatur.com/ueberuns/wp-content/uploads/2015/12/hn_Sozialbericht_2014-15_DE_FINAL.pdf

Erfolg für die Menschen in der Produktion

2005 ist hessnatur als erstes deutsches Mitglied der FWF beigetreten. Mit dem Multisteakeholder Dialog begann vor zehn Jahren die Kooperation. Heute sind die Verfahren und Abläufe, wie etwa das Beschwerdemanagement, fester Bestandteil der Zusammenarbeit und Vorbild für Unternehmen, die sich etwa im Bündnis für nachhaltige Textilien bereit erklärt haben, nachhaltiger zu produzieren. Die FWF steht in einem engen Austausch und Dialog mit allen beteiligten Interessengruppen und für ein professionelles Kontrollmanagement in den Produktions- und Vermarktungsländern von Bekleidung. Standardisierte Verfahren sind vor allem für kleine und mittlere Unternehmen, die keine eigenen Audits durchführen können, wirksame Instrumente zur Verbesserung der Sozialstandards. Außerdem bietet die Prüfung durch eine neutrale Instanz zusätzliche Absicherung der eigenen Anstrengungen. In den Betrieben geht es immer auch um die Aufklärung und Sensibilisierung der Arbeiter für ihre Rechte. Ausgangspunkt für die Pionierleistung von hessnatur war 2005 ein gemeinsames Projekt mit der Kampagne für ´saubere´ Kleidung (CCC). Um die Erkenntnisse aus dieser Kooperation in die Praxis zu übersetzen, hat hessnatur im Anschluss den Kontakt zur FWF gesucht.

Lieferantendialog entscheidend

Im kontinuierlichen Austausch mit den Lieferanten sieht hessnatur den entscheidenden Ansatzpunkt zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Textilproduktion. hessnatur setzt auf langjährige Lieferantenbeziehungen und arbeitet mit mehr als 60 Prozent der Lieferanten mehr als fünf Jahre zusammen. Die Erfahrung zeigt, dass sich konkrete Fortschritte für die Beschäftigten vor allem im partnerschaftlichen und kontinuierlichen Austausch mit den Partnerbetrieben erzielen lassen. Dabei bilden die acht Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation den entscheidenden Orientierungsrahmen. Denn anders als ökologische Bestimmungen, die sich naturwissenschaftlich exakt definieren lassen, sind bei den sozialen Standards die jeweiligen Bedingungen in jedem einzelnen Produktionsland entscheidend. Ob Löhne existenzsichernd sind und einer vierköpfigen Familie genügen, lässt sich erst im Verhältnis zu den Lebenshaltungskosten oder zur Stabilität der Landeswährung oder dem Niveau von Lebensmittelpreisen sowie Mieten feststellen.

Über Fair Wear Foundation

Die unabhängige, gemeinnützige Multisteakeholder Organisation Fair Wear Foundation (FWF) setzt sich zusammen mit Unternehmen und Produktionsbetrieben für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie ein. Die 80 Mitgliedsunternehmen der FWF repräsentieren 120 Marken aus sieben europäischen Ländern, die ihre Produkte bei mehr als 20.000 Händlern in 80 Ländern auf der ganzen Welt anbieten. Die FWF ist in 15 Produktionsländern in Asien, Europa und Afrika vertreten und achtet auf Fortschritte ihrer Kooperationspartner. Konkrete Verbesserungen erzielt die FWF durch den Austausch von Kompetenzen, im sozialen Dialog und über die Unterstützung ihrer Mitglieder.

Über hessnatur

hessnatur ist weltweit größter Anbieter für nachhaltige Mode und Vorreiter für ökologische und soziale Standards in der Textilproduktion. Das 1976 von Heinz und Dorothea Hess gegründete Unternehmen brachte die erste natürliche Babykollektion auf den Markt und baute 1991 in globaler Pionierleistung die erste Bio-Baumwolle an. Heute betreibt hessnatur mit rund 360 Mitarbeitern, neben dem Versandgeschäft in Deutschland, Österreich und der Schweiz, Läden in Butzbach, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München. Das Komplettsortiment bietet Mode und Heimtextilien für insgesamt rund eine Million Kunden.


Butzbach - 10. Dezember 2015